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FAQ - Frequently Asked Questions

über den Standpunkt der Seite www.atlantis-scout.de
und ihres Autors Thorwald C. Franke


Glauben Sie an Atlantis?
Zunächst ist das Wort "glauben" völlig fehl am Platze, wenn es um Atlantis geht. Entweder man weiß etwas, oder man weiß, dass man etwas nicht weiß. Oder man ist aufgrund von vernünftigen Argumenten "überzeugt". Aber "glauben" sollte man im Zusammenhang mit Atlantis besser gar nichts. Und auch sonst am besten nicht. "Glaube" ist eine prinzipiell irregeleitete Erkenntniskategorie.

Was ist so faszinierend an Atlantis?
Es gibt sicher verschiedene Gründe, warum sich Menschen von Atlantis faszinieren lassen. Für mich ist es die Erkenntnis, dass die Wissenschaft das Thema Atlantis nicht ernst genommen und links liegen gelassen hat. Deshalb ist es möglich, als interessierter und gebildeter Hobby-Forscher tatsächlich ernst zu nehmende Beiträge zur Atlantis-Forschung zu liefern.

Ist Atlantis für Sie eine offene Frage?
Seit Februar 2008 neige ich sehr stark dazu, Atlantis für eine Realität zu halten, nämlich für Sizilien. Die Indizienkette ist sehr stringent. Dennoch gilt: Eine Hypothese ist noch keine akzeptierte Theorie, und damit bleibt die Offenheit der Frage im Prinzip erhalten. So funktioniert Wissenschaft eben.

Vertreten Sie die Hypothese, dass Atlantis auf Sizilien lag?
Inzwischen ja. Mit dieser Hypothese bin ich 1999 spielerisch in das Thema Atlantis eingestiegen. Von allem Anfang an war mir bewusst, dass diese Hypothese nur schwach ist. Deshalb habe ich sie damals nie ernsthaft vertreten, sondern nur für eine gute Idee gehalten, der nachzugehen sich weiterhin lohnt. Seit Februar 2008 jedoch ist die Indizienkette so stringent geworden, dass ich die Sizilien-Hypothese guten Gewissens vertreten kann.

Wollen Sie Atlantis finden?
Ich bin vor allem ein Liebhaber des Atlantis-Themas und nehme das alles ganz gelassen. Wenn ich es finde - schön. Wenn nicht - auch schön. Der Weg ist in diesem Fall das Ziel.

Sind Sie ein Wissenschaftler?
Ich habe keine fach-relevanten akademischen Grade, sondern bin ein Liebhaber des Atlantis-Themas im besten Sinne. Das schließt ein, dass ich selbstverständlich den Anspruch erhebe, auf wissenschaftlichem Niveau zu arbeiten. Von Beruf bin ich Informatiker, mit einem Diplom der Elite-Universität Karlsruhe KIT. Aber ich beschäftigte mich schon von Jugend an mit antiker Geschichte und Geisteswelt, was mir einen breiteren Bildungshintergrund zu antiken Themen verschafft. Während meines Studiums habe ich Altgriechisch gelernt und mein Graecum mit einem "sehr gut" abgeschlossen. Ich kann also Platons Texte im altgriechischen Original lesen. Bei einer überaus kompetenten Ägyptologin, die mangels Arbeitsplätzen in ihrem Fach Kurse an der Volkshochschule gab, habe ich zudem viel über die altägyptische Geschichte und Geisteswelt erfahren und die sogenannte mittelägyptische Sprache (Hieroglyphen) gelernt - mithin ein kleines "Ägyptologie-Studium" absolviert. Auch die Kenntnis von vier modernen Sprachen erleichtert das wissenschaftliche Arbeiten sehr. Mit diesem Bildungshintergrund unterscheide ich mich fundamental von den meisten nicht-wissenschaftlichen Atlantis-Forschern, die von vornherein gar nicht in der Lage sind, Platons Atlantis-Erzählung richtig einzuordnen. Ich habe sogar den professionellen Philologen des Altgriechischen etwas voraus, da diese fast nie über ägyptologische Kenntnisse verfügen.

Halten Sie es für möglich, dass Atlantis ein Kleinkontinent war, der um 9500 v.Chr. im Atlantik existierte, wie Platon schreibt?
Definitiv nein. Bei Lage, Alter und Größe von Atlantis handelt es sich entweder um eine Erfindung von Platon oder um eine verzerrte Überlieferung realer Tatsachen. Eine solche Verzerrung erscheint dem Laien vielleicht zunächst wenig glaubwürdig, ist aber alles andere als unplausibel, vergleicht man die Entstellungen historischer Sachverhalte bei anderen antiken Autoren.

Halten Sie es für möglich, dass es auf Atlantis Energiekristalle, Flugmaschinen und Reinkarnation gab, und dass es neben Atlantis auch noch die Kontinente Mu und Lemuria gab?
Nein. Das alles sind verrückte Hinzudichtungen späterer Zeiten, die mit dem originalen, von Platon beschriebenen Atlantis nichts mehr zu tun haben. Platons Atlantis sollte man sich konkret als eine normale bronzezeitliche Stadt vorstellen, vielleicht ähnlich wie Troja.

Wissen Sie, was ein Platonischer Mythos ist?
Selbstverständlich, und ich weiß zugleich auch, dass die Atlantis-Erzählung der typischen Konstruktion eines Platonischen Mythos in gar keiner Weise entspricht. Die Atlantis-Erzählung kann nicht kurzerhand zu einem Platonischen Mythos erklärt werden, wie dies viele tun.

Sie wissen um das unwissenschaftliche Niveau vieler Atlantisforscher?
Es ist leider zutreffend, dass fast alle Atlantisforscher nicht auf einem wissenschaftlichen Niveau arbeiten. Jeder kann sich Atlantisforscher nennen, der will. Die professionelle Wissenschaft macht sich z.Z. keine Mühe, innerhalb der Existenzhypothesen Qualitätsunterschiede festzustellen, und verwirft jede Existenzhypothese als Unsinn. Um die Atlantisforschung auf eine vernünftige Grundlage zu stellen bin ich maßgeblicher Mitautor der Charta der Atlantis-Forschung.

Sympathisieren Sie mit Atlantis-Suchern?
Mit konkreten Atlantis-Suchern sympathisiere ich eher weniger, da die Auffassungen meist doch zu verschieden sind, aber ich neige klar der Auffassung zu, dass Atlantis doch ein realer Ort war. Die derzeit in der professionellen Wissenschaft etablierten Erfindungshypothesen zu Atlantis machen es sich in vielen Punkten zu einfach, schotten sich aber gegenüber kritischen Anfragen in oft dogmatischer Weise ab. Andersdenkende werden nicht selten mit Arroganz bedacht und - sofern es Wissenschaftler vom Fach sind - ausgegrenzt, was die Sympathie für die Gegenseite zusätzlich verstärkt. Sympathie ist aber keine wissenschaftliche Kategorie.

Sind Sie neutral?
Ich hatte immer meine eigene Meinung und habe nie behauptet, neutral zu sein. Bis 2008 war ich neutral bezüglich der Frage, ob es Atlantis überhaupt gegeben hat, auch wenn ich starke Sympathien für dessen Existenz hegte. Inzwischen habe ich meine eigene Existenz-Hypothese. Zwischen den verschiedenen Existenz-Hypothesen war ich zu keinem Zeitpunkt neutral. Man kann aber von mir erwarten, dass ich fair bin und objektiv bleibe. Fairness bedeutet aber wiederum nicht, offensichtlichen Unsinn zu respektieren.

Wissen Sie um den Missbrauch von Atlantis durch extreme Ideologien?
Natürlich. Aber die Atlantis-Erzählung wurde 2400 Jahre vor dem unseligen 20. Jahrhundert verfasst, deshalb ist es unsinnig, diesen Aspekt in den Vordergrund rücken zu wollen. Ein Goethe-Liebhaber muss sich auch nicht ständig der Frage stellen, ob Goethe denn nun - wie lächerlich! - an Auschwitz schuld gewesen sei. Ein "nordisches" Atlantis schließe ich genauso definitiv aus wie ein sozialistisches Atlantis. Zumal Atlantis in der Erzählung Platons ohnehin die Rolle des Bösewichtes spielt, da fiele eine positive Identifikation doch eher schwer. Aber auch Platons Idealstaat entspricht nicht meinen demokratischen Überzeugungen.



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Seite zuletzt geändert: Dec 2009.
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