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Atlantis-Newsletter
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14.03.2012
Atlantis-Newsletter 48: Ausstellung in Rastatt
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Rastatt gibt es z.Z. eine Ausstellung über den Untergang von Kulturen, in der auch Atlantis eine Rolle spielt:
"Krisen, Kollaps, Katastrophen - Vom Untergang der Kulturen"
vom 3. Dezember 2010 bis 24. Juni 2012
im Bibliothekssaal des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums Rastatt
http://www.rastatt.de/index.php?id=536
Am 23. März 2012 gibt es in Rastatt dazu einen Vortrag zu Atlantis, gehalten von Frau Dr. Margaretha Huber:
"Platons Atlantis-Mythos. Ursprung und Hintergründe der Atlantis-Erzählung"
http://www.baden-baden.tv/Events/2012-03-23-190000/Platons-Atlantis-Mythos-in-der-Historischen-Bibliothek-Rastatt1331664383.htm
Der Titel des Vortrages zeigt an, welche These dort vertreten werden wird.
Mit freundlichen Grüßen
Thorwald C. Franke
10.03.2012
Atlantis-Newsletter 47: Axel Bojanowski über Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
der bekannte Geo-Journalist Axel Bojanowski, dessen vergnügliche Betrachtungen des irdischen Chaos aus geologischer Perspektive u.a. im Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlicht werden, hat die interessantesten und skurrilsten Fälle der letzten Jahre gesammelt und in einem empfehlenswerten Buch veröffentlicht:
Titel: "Nach zwei Tagen Regen folgt Montag"
http://www.amazon.de/Nach-Tagen-Regen-folgt-Montag/dp/3421045348/
Das Kapitel 14 widmet sich der Suche nach Atlantis. Hier findet sich alles wieder, was Axel Bojanowski im Anschluss an die Atlantis-Konferenz 2005 dankenswerterweise von dieser Konferenz im "Spiegel", im "Standard" oder der "Welt" zu berichten wusste: Soviel Publicity war selten für Atlantis-Sucher.
Der Schwerpunkt auf der geologischen Perspektive ist zugleich Stärke und Schwachpunkt an den Ausführungen von Axel Bojanowski: Denn die Suche nach Atlantis muss zwar im Reich der Geologie enden, doch ihren Anfang hat sie in den Texten Platons. Und so spiegelt Axel Bojanowski den Grundirrtum der meisten Atlantis-Sucher, die das Pferd von hinten her aufzäumen (aber nicht ohne sich eine Hintertür offen zu lassen, Axel Bojanowski ist eben ein Profi).
Wer in die antike Debatte rund um das Thema Atlantis und Geologie einsteigen möchte, könnte dies z.B. mit folgendem Titel tun:
Titel: "Aristoteles und Atlantis"
http://www.amazon.de/Aristoteles-Atlantis-Philosoph-wirklich-Inselreich/dp/3839161665/
Es war der Platon-Schüler Aristoteles, der das geologische Wissen seiner Zeit systematisch erfasste, und es ist Aristoteles, dem man schon die verschiedensten Meinungen zu Atlantis zugeschrieben hat. Aber was dachte Aristoteles denn nun wirklich über Atlantis (laut der Überlieferung durch spätere Geographen wie Strabon und Poseidonios) - und wer schrieb wann wem warum welche Meinung zu, ob nun diese Insel vor Gibraltar existierte oder nicht - und wie ist der Schlamm einzuordnen, den diese Insel bei ihrem Versinken angeblich zurückließ? Und werden Erdbeben durch Winde in den Hohlräumen der Erde erzeugt, und was bedeutet das nach Meinung der antiken Denker für eine Insel? Das alles und noch viel mehr in diesem Buch.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
29.02.2012
Atlantis-Newsletter 46: Aktueller Missbrauch von Platons Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
aus Berlin wird berichtet, dass Atlantis in einem Drohbrief an eine Moscheegemeinde erwähnt wurde, Zitate aus einem Interview:
"Ich habe den Brief komplett durchgelesen, und mir kommt das Ganze teils sehr esoterisch vor. Es geht um Atlantis und die Weltverschwörung und so etwas. ... Der Sprachgebrauch in dem Brief hat etwas sehr Intellektuelles, obwohl er inhaltlich natürlich nicht ernst zu nehmen ist. Aber er hat schon ein anderes Niveau als das, was wir hier sonst manchmal an rassistischen Zuschriften bekommen. ... Die Autoren stellen sich teilweise als wissenschaftliche Organisation dar, die sich Neue Philosophengemeinschaft nennt. Sie zitieren Koranverse und klassische Autoren, Gesetze aus islamischen Ländern oder auch Forschungsberichte. Da hat sich jemand richtig Mühe gemacht."
Quelle: http://www.taz.de/Interview-mit-Moscheevorstand/!88656/
Was hier besonders irritiert, ist nicht so sehr der Missbrauch von Platons Atlantis in einem Kontext, in dem es nichts zu suchen hat - das kennen wir schon. Was hier besonders irritiert ist die Chuzpe der Bedroher, sich "Philosophengemeinschaft" zu nennen! Das ist nun wirklich der Gipfel des Missbrauchs. Platon dreht sich gerade im Grabe um.
Platons Atlantis - ob real oder nicht - ist in der Tat ein philosophisches Lehrstück, aber keines, das mit einer legitimen Kritik an einem traditionalistischen Verständnis von Religion oder an einem nationalistischen Verständnis der Herkunftsidentität in einen Zusammenhang gebracht werden könnte, von einem islamfeindlichen Drohbrief (!) ganz zu schweigen. Und wenn überhaupt, dann sind die Atlanter im Sinne Platons die "Bösewichter", und nicht die "Guten"!
Die Quadratur des Wahnsinns ist ja, dass sich die Atlantis-Missbräuchler von der nationalistisch-rassistischen Provenienz für gewöhnlich selbst als Nachfahren der Atlanter deuten, und gerade deshalb für die besseren Menschen halten ... wenn man bedenkt, dass das laut Platon bedeuten würde, dass der Anteil des Göttlichen in ihnen (vulgo: Die Vernunft) im Laufe der Zeit auf ein Minimum herabgesunken ist, könnten sie mit ihrer Selbstbezeichnung als Atlantis-Nachfahren sogar in einem originellen und unbeabsichtigten Sinne Recht haben ...
Mit freundlichen Grüßen
Thorwald C. Franke
23.02.2012
Atlantis-Newsletter 45: Staatliche Suche nach Atlantis!
Liebe Leserinnen und Leser,
Aus Indonesion erreicht uns eine seltene Nachricht: Der Staat selbst befindet sich dort auf Atlantis-Suche! Kürzlich empfing Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono den britischen Atlantis-Sucher Stephen Oppenheimer zu einer Präsentation im Präsidentenpalast.
Der Hintergrund scheint der folgende zu sein: Der Präsident, ein Anhänger javanischer religiöser Auffassungen wie Glückszahlen und -rituale und dergleichen, hat einen Berater namens Andi Arief. Dieser wird wie folgt zitiert: "There are indications that an advanced civilization older than Atlantis once inhabited our archipelago, but that natural disasters put an end to it." Archäologische Ausgrabungen sollen schon stattgefunden haben, brachten aber noch kein Ergebnis.
Andi Arief wiederum lud Stephen Oppenheimer ein, der nach der Präsentation meinte: "I don’t disbelieve that Atlantis is in Indonesia, but I don’t have the evidence, so I just keep quiet." Oppenheimer ist ein pensionierter Arzt, der inzwischen eine ganze Reihe von wissenschaftlich nicht anerkannten Büchern über Prähistorie und Genetik veröffentlicht hat; darunter "Eden in the East", in dem Oppenheimer von einem südostasiatischen Paradies um 6000 v.Chr. schreibt, dem sich die mesopotamischen Kulturen zu verdanken hätten.
Es ist erfreulich, wenn sich Politiker für Geschichte und Kultur interessieren, aber es ist bedauerlich, wenn es auf diesem Niveau geschieht.
Mit freundlichen Grüßen
Thorwald C. Franke
Weblinks:
http://www.thejakartapost.com/news/2012/02/03/president-s-men-quest-find-atlantis.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Susilo_Bambang_Yudhoyono
http://www.amazon.com/Eden-East-Drowned-Continent-Southeast/dp/0753806797/
21.11.2011
Atlantis-Newsletter 44: Konferenz-Berichte / Downloads
Liebe Leserinnen und Leser,
auf Atlantis-Scout sind neue Dokumente zum Download zu finden, die Sie interessieren sollten:
Berichte und einige Fotos von der Atlantiskonferenz 2011 auf Santorini:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_conference.htm
Ein wichtiger Artikel von Prof. Hans Diller über Atlantis als Platonischen Mythos:
http://www.atlantis-scout.de/atlandownload.htm
(ganz oben)
Solche Thesen über Atlantis als Platonischen Mythos werden in meiner nächsten Buch-Publikation auf einer sehr ausführlichen Grundlage zu hinterfragen sein. Ich kann jetzt schon ankündigen, dass es ein opus magnum aller wissenschaftlich tragfähigen Argumente gegen eine Erfindung und für einen realen Ort sein wird, das insbesondere die vernachlässigte philologische Argumentation auf eine neue und festere Grundlage stellen wird. Dazu wird der Begriff Platonischer Mythos völlig neu durchzukämmen sein. Natürlich dauert so etwas noch ein wenig, ich bitte um Geduld.
Schließlich noch ein Beitrag von Christoph Henke, wie man die Kriterien zu Atlantis gewichten könnte:
http://www.atlantis-scout.de/atlandownload.htm
(unter "Neutrales")
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
06.11.2011
Atlantis-Newsletter 43: Max Beckmann
Liebe Leserinnen und Leser,
ich möchte auf die Ausstellung "Beckmann & Amerika" aufmerksam machen, die zur Zeit im Frankfurter Städel zu sehen ist.
http://www.staedelmuseum.de/sm/
Max Beckmann beschäftigte sich in seinen letzten Jahren in Amerika intensiv mit dem Thema Atlantis, las pseudowissenschaftliche und esoterische Autoren wie Ignatius Donnelly, Helena Blavatsky, Hanns Hörbiger, Alexander Bessmertny u.v.a., die er teils unkritisch rezipierte, und ließ sich davon auch künstlerisch inspirieren. Der Ausstellungskatalog berichtet davon auf den Seiten 252-261.
http://www.amazon.de/Beckmann-Amerika-Jutta-Schütt/dp/3775729844/
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
01.10.2011
Atlantis-Newsletter 42: Neuauflage meiner Linksammlung!
Liebe Leserinnen und Leser,
ich habe meine Linksammlung zu Atlantis völlig umgebaut und renoviert.
Die Linksammlung ist jetzt internationaler, umfangreicher und detaillierter als jemals!
http://www.atlantis-scout.de/atlanlinks.htm
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
24.09.2011
Atlantis-Newsletter 41: Verfilmung von "Atlantis" von David Gibbins
Liebe Leserinnen und Leser,
Für 17 Millionen Euro wird derzeit der Roman "Atlantis" von David Gibbins verfilmt. Beteiligt ist u.a. ProSieben. Produziert wird der Film von derselben Firma, die bereits den Zweiteiler "Ben Hur" am 10. Juni 2011 ins Fernsehen brachte, vgl. http://bit.ly/rkLA1D
Um für das kommende Filmereignis gewappnet zu sein, wird im folgenden eine ausführlichere Rezension des Romans vorgestellt. Wann der Film in die Kinos bzw. ins Fernsehen kommt, ist noch ungewiss.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
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Rezension zu: David Gibbins, "Atlantis", 2005.
Autor: Thorwald C. Franke.
*** Archaeo-Fantasy um die Sintflut im Schwarzen Meer und Platons Atlantis ***
Der Roman "Atlantis" von David Gibbins (2005) ist leider misslungen. Er funktioniert weder literarisch noch historisch noch archäologisch, wie im folgenden Punkt für Punkt gezeigt wird.
Story und Erzählweise:
Als Thriller ist der Roman "Atlantis" von David Gibbins eine Enttäuschung. Das klassische "treasure hunting", das historischen Romanen oft ihren Thrill gibt, ist bereits nach dem ersten Drittel des Romans beendet, und auch die beiden Hauptpersonen haben zu diesem Zeitpunkt bereits intim zueinander gefunden. Es geht im darauf folgenden Hauptteil des Romans nur noch darum, den Ort von Atlantis aufzusuchen und dabei künstlich in die Story eingebrachte Schwierigkeiten zu überwinden. Eine weitere Entwicklung der Charaktere bleibt aus.
Zu diesen künstlichen Schwierigkeiten gehört vor allem ein eindimensional böse gezeichneter Raubgräber mit der finanziellen Macht und der militärischen Ausrüstung eines ganzen Staates, der zufällig immer an der passenden Stelle auf den Plan tritt. Zudem ist ebenfalls rein zufällig direkt vor dem Eingang von Atlantis ein sowjetisches Atom-U-Boot mit Nuklearsprengköpfen gesunken, um das sich seitdem niemand mehr kümmert. Die Protagonisten leiden im Verlauf der Handlung unter Blutverlust, immer knapper werdender Atemluft, Kerosinmangel oder schwächer werdenden Batterien, und doch erreichen sie immer wieder kurz vor dem Exitus das erwünschte Ziel.
Weitere unglaubwürdige Zufälligkeiten sind drei gleichzeitige archäologische Funde an drei verschiedenen Orten, die sich natürlich alle drei auf dieselbe Sache beziehen. Unglaubwürdig auch, dass es auf einer kleinen, einsamen Vulkaninsel im Schwarzen Meer einen offenen Zugang in die Unterwelt von Atlantis geben soll, der über viele tausend Jahre unentdeckt blieb. Der Vulkan wird dann natürlich punktgenau zum Ende des Buches ausbrechen, nachdem er viele tausend Jahre lang ruhig blieb.
Den ganzen Roman über quält der Autor seine Leser mit technischen Begriffen aus der Welt der Schiffahrt, des Tauchens und der Waffentechnik. Zahlreiche technische Abkürzungen verwirren. Vielleicht könnte man als Taucher und Waffennarr dem Roman etwas abgewinnen? Mehr als die Hälfte der Zeit befinden sich die Protagonisten unter Wasser und kämpfen mit der Technik, den Elementen und menschlichen Feinden.
Völlig unnötig sind die vielen archäologischen Sensationsfunde und Entdeckungen, die die Protagonisten im Vorfeld der Romanhandlung gemacht haben wollen, mit denen die unglaubliche Story zusätzlich gestützt werden soll:
- Ein Fund von verbrannten Schiffen der Griechen vor Troja.
- Die Entzifferung des minoischen Linear A.
- Der Fund eines zweiten Diskus von Phaistos.
- Die Entdeckung eines Archivs in der Athener Akropolis.
- u.v.a.m.
Zur Schwarzmeer-These im Allgemeinen:
Ja, es ist zunächst richtig, dass das Schwarzmeerbecken einst besiedelt war. Ja, es ist richtig, dass das Wasser am Bosporus irgendwann durchbrach und das Schwarzmeerbecken flutete. Ja, es ist plausibel, dass die indogermanische Sprachfamilie von dort ihren Ursprung hat. Ja, es ist immerhin nicht unmöglich, dass in den Flutsagen des Gilgamesch und der darauf aufbauenden Bibel eine dunkle Erinnerung an dieses Ereignis enthalten ist. Ja, auf dem Grund des Schwarzen Meeres wird man noch manche steinzeitliche Siedlung finden, die das Bild der Steinzeit revolutionieren wird. Soweit so gut.
Es ist aber falsch, von diesem Ereignis eine direkte Verbindung zu späteren Hochkulturen wie z.B. Mesopotamien oder Ägypten zu ziehen; die Gründe dafür sind folgende:
1. Die zeitliche Lücke zwischen dem Untergang der Schwarzmeerkultur und dem Aufstieg der späteren Hochkulturen umfasst mehrere tausend Jahre. Solange lässt sich keine detaillierte Überlieferung mündlich weitergeben und schon gar nicht geheimhalten. Mehr als dunkle und grobe Erinnerungen an ein Ereignis sind ohne Schrift nicht überlieferbar. Selbst mit Schrift wäre es schon schwierig genug.
2. Die Schrift entwickelte sich in Ägypten und Mesopotamien eigenständig und unabhängig voneinander und bei Völkern, die nicht der indogermanischen Sprachgruppe angehörten. Wenn die Schwarzmeer-Kultur über eine Schrift verfügte, so war sie schon Jahrtausende zuvor verloren gegangen. Indogermanische Völker wie z.B. die Hethiter oder Griechen übernahmen die Schrift vielmehr aus dem Orient.
3. Es ist offensichtlich, dass sich die späteren Hochkulturen eigenständig und angemessen langsam entwickelt haben, ohne einen Vorläufer, der ihnen einen Entwicklungsschub gegeben hätte.
4. Die späteren Hochkulturen weisen keine Gemeinsamkeiten auf, die auf einen gemeinsamen Ursprung hindeuten würden; nur die indogermanischen Völker weisen natürlich gewisse Gemeinsamkeiten auf; Ägypten und Mesopotamien gehören aber z.B. nicht dazu.
Kurz und gut: Die These von der Überbrückung dieser zeitlichen Lücke hat keine Chance.
Die Schwarzmeer-These bei David Gibbins:
Gibbins behauptet nicht nur eine Überbrückung der großen zeitlichen Lücke, sondern dehnt das Erbe der Schwarzmeerkultur auch auf spätere Hochkulturen aus, die a) definitiv nichts mit einem indogermanischen Ursprung zu tun haben, b) zeitlich in ihrem Auftreten sehr variieren, c) in ihrer kulturellen Entwicklung sehr stark auseinanderliegen. Gibbins nennt u.a. Ägypten, Mesopotamien, die Kelten, die Indus-Valley-Kultur, die Israeliten und auf den letzen Seiten sogar die amerikanischen Indianerkulturen. Die Minoer, die bei Gibbins im Zentrum stehen, treten in Wahrheit erst vergleichsweise spät in Erscheinung. Auch ist die Idee, dass die Priesterkaste der Schwarzmeerkultur sich über Jahrtausende die Weltherrschaft gesichert hätte und die kulturelle Entwicklung steuerte, nichts als eine Verschwörungstheorie, die für damals noch unhaltbarer ist als für die Gegenwart.
Das untergegangene Atlantis wird von Gibbins als eine ziemlich befremdliche Kombination von steinzeitlicher, minoischer und ägyptischer Kultur geschildert: Gebäudekomplexe wie in Catal Hüyük, eine Sphinx in Stiergestalt, gewaltige Stufenpyramiden usw. Es ist ein archäologisches Walt-Disney-Land in Form eines völlig anachronistischen Potpourris der bekannten Hochkulturen.
Atlantisforschung:
Der Roman "Atlantis" von David Gibbins bewegt sich leider auf dem Niveau der üblichen pseudo-wissenschaftlichen Thesen rund um das Atlantis des Platon: Am Ende sei Atlantis die uralte Wiege der Zivilisation, was es im Original bei Platon eben nicht ist. Der Leser bekommt keinen realistischen Einblick in die Fragestellungen und die wirklichen Möglichkeiten der wissenschaftlich fundierten Atlantisforschung. Wer Platons Atlantiserzählung gelesen hat, findet seine Vorstellungen von Platons Atlantis in dem "Atlantis" des Romans von Gibbins nicht wieder.
Die Begegnung von griechischer und ägyptischer Kultur, die eine der Kernfragen der Atlantisforschung ist, wird ganz falsch dargestellt: In Ägypten wurde kein nennenswertes Wissen ausschließlich der mündlichen Überlieferung vorbehalten, die Priester hüteten auch keine Geheimnisse und erst Recht keine Kenntnisse, die weit vor 3000 v.Chr. hinausgereicht hätten. Es ist auch nicht wahr, dass die höheren Priester höhere Weisheiten gewusst hätten; eher im Gegenteil wussten Priester von niederen Graden oft mehr, weil sie spezialisiert waren. Auch logen die ägyptischen Priester griechische Besucher nicht einfach an; die Gründe für Falschinformationen greifen häufig viel tiefer und sind eher als ein Missverstehen zu deuten, wie man bei Herodot sehr gut studieren kann. Gerade von Herodot zeichnet Gibbins ein ziemlich simplifizierendes Bild, u.a. auch im wissenschaftlich gemeinten Nachwort.
Solons Aufenthalt in Ägypten wird leider völlig anders dargestellt als bei Platon. Wie Gibbins im Nachwort einräumt, geschah dies mit der Absicht, den Besuch des Solon in Sais mit dem Atlantis-Konzept des Romans in Einklang zu bringen. Es ist auch nicht wahr, wie Gibbins im Nachwort meint, dass der Name des Priesters, mit dem Solon sprach, mutmaßlich bekannt ist. Überliefert ist nur der Name Sonchis in der Solon-Biographie des Plutarch. Diese Angabe ist allerdings wenig glaubwürdig, gerade auch deshalb, weil der Priester, der von Atlantis weiß, bei Platon nicht als besonderer, "hoher" Priester dargestellt wird. Platon wird von Gibbins freies Erfinden und grobes Anpassen historischer Stoffe unterstellt; kein vernünftiger Platonforscher würde das so unterschreiben. Die Frage, wie Platon seine Atlantiserzählung konstruierte, ist in der Tat eine der Kernfragen der Atlantisforschung, und kann nicht so beiläufig und einfach abgetan werden.
Fazit:
Der Roman "Atlantis" von David Gibbins ist literarisch und historisch eine Enttäuschung. Wenn der Roman auch literarisch nicht gelungen ist, so hätte man sich von einem Unterwasserarchäologen doch wenigstens in historischer Hinsicht mehr versprochen. Aber der Autor zerstört konsequent den Thrill, der sich aus der Möglichkeit entfalten würde, dass eine Geschichte wahr sein könnte, indem sie sich möglichst eng an die reale Welt und die reale Historie anlehnt. Die Versprechungen des Covers: "only this time, it really could be true", oder die Behauptung im Nachwort: "the archaeological backdrop is as plausible as the story allows" werden schlicht nicht eingehalten. Beim Roman "Atlantis" von David Gibbins handelt es sich wohl eher um Archaeo-Fantasy mit Taucher-Thrill als um einen Historien-Thriller.
Alternative Buchempfehlungen:
Wer sich auf wissenschaftliche Weise mit dem Atlantis des Platon beschäftigen möchte, dem seien folgende Bücher empfohlen (teilweise nur antiquarisch zu haben):
Contra Existenz:
- Heinz-Günter Nesselrath: Platon und die Erfindung von Atlantis.
- Pierre Vidal-Naquet: Atlantis - Geschichte eines Traumes.
Pro Existenz:
- John V. Luce in: E.S. Ramage: Atlantis - Mythos, Rätsel, Wirklichkeit?
- Thorwald C. Franke: Mit Herodot auf den Spuren von Atlantis - Könnte Atlantis doch ein realer Ort gewesen sein?
06.08.2011
Atlantis-Newsletter 40: Sonntag Terra-X zu Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
am Sonntag 07.08. um 19:30 Uhr präsentiert das ZDF zur Abwechslung mal keine Wiederholung, sondern eine *neue* Sendung zum Thema Atlantis, vgl. hier:
http://www.terra-x.de/
Leider ist der Horizont der Sendung etwas eng: Es geht wieder einmal um die minoische Kultur als mutmaßlichem historischem Kern der Atlantiserzählung. Gezeigt werden u.a. der Tsunami-Forscher Floyd McCoy und der deutsche Geophysiker Christian Hübscher. Damit sind philologische Ansätze offenbar außen vor. Man könnte ja z.B. erwarten, dass bei Sendungen zur minoischen Kultur als Atlantis Namen wie John V. Luce oder Wilhelm Brandenstein fallen.
Angeblich soll die Sendung in der Tat recht anspruchslos sein. In der Osnabrücker Zeitung schreibt Frank Jürgen: "Hurra – Forscher haben wieder einmal Atlantis entdeckt! Daran lässt zumindest diese Terra X-Episode nicht den geringsten Zweifel und verzichtet bei auch noch so ungesichertem Erkenntnisstand auf journalistische Selbstverständlichkeiten wie den Gebrauch des Konjunktivs." Vgl. hier:
http://www.noz.de/deutschland-und-welt/kultur/fernsehen/56214300/schon-gesehen-terra-x-expedition-nach-atlantis
Ich wünsche trotzdem allen viel Spaß mit der Sendung, denn: Man kann immer was lernen!
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
19.06.2011
Atlantis-Newsletter 39: Programm Atlantis-Konferenz
Liebe Leserinnen und Leser,
das Programm für die 3. Atlantis-Konferenz 2011 auf Santorini in Griechenland vom 25.-26. Juni steht nun fest.
Die offizielle Homepage mit allen Informationen:
http://atlantis2011.conferences.gr/
Aus Deutschland sind diesmal dabei:
- Dieter und Sandra Bremer.
- Jürgen Karl Hepke.
- Michael und Sebastian Hübner.
- Joachim Rittstieg.
Die Verteilung der eingereichten Beiträge nach Ländern:
Griechenland: 8
Deutschland: 5
Frankreich: 2
Italien: 2
Australien: 1
Norwegen: 1
Rumänien: 1
Spanien: 1
Damit sind es 21 Einreichungen. Im Vergleich zu den 74 Einreichungen in 2008 ein deutlicher Rückgang. Auch 2005 gab es mit 50 Einreichungen deutlich mehr Resonanz. Die meisten der diesmaligen Teilnehmer waren bereits 2008 auf der Konferenz.
Besonders interessant scheinen mir zwei Vorträge über die Atlantis-Rezeption beim antiken Neuplatoniker Proklos zu sein. Proklos verwendete etliche Stellen des Aristoteles, um für die Existenz von Atlantis zu argumentieren; dass Aristoteles gegen eine Existenz von Atlantis eingestellt gewesen sein könnte, kam ihm offenbar nicht in den Sinn; Details siehe hier:
Thorwald C. Franke, Aristoteles und Atlantis, 2010.
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_aristoteles.htm
x x x AUFRUF x x x
Ich lade jeden Teilnehmer oder Zuschauer der Konferenz 2011 dazu ein, seine Eindrücke in einem aussagekräftigen Bericht über die Konferenz zusammen zu fassen und mir diesen Bericht zu übersenden! Ob Deutsch oder Englisch ist egal. Die Berichte werden auf folgender Seite veröffentlicht:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_conference.htm
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
P.S.: Ich weise darauf hin, dass ich nicht mit den Veranstaltern verbunden bin, nicht in deren Namen spreche und auch in keiner Weise an der Organisation der Konferenzen beteiligt bin. Ich werde dieses Jahr auch nicht an der Konferenz teilnehmen.
03.05.2011
Atlantis-Newsletter 38: Atlantis-Konferenz nähert sich!
Liebe Leserinnen und Leser,
die Atlantis-Konferenz 2011 auf Santorini nähert sich mit Riesenschritten!
Inzwischen sind auch die Proceedings zur Atlantis-Konferenz 2008 erschienen. Die damaligen Teilnehmer erhalten automatisch ein Exemplar zugesandt. Weitere Interessenten können das Buch hier kaufen:
http://atlantis2011.conferences.gr/index.php?id=atlantis2011-about
Ich selbst werde dieses Jahr nicht an der Konferenz teilnehmen.
x x x AUFRUF x x x
Ich lade jeden Teilnehmer oder Zuschauer der Konferenz 2011 dazu ein, seine Eindrücke in einem aussagekräftigen Bericht über die Konferenz zusammen zu fassen und mir diesen Bericht zu übersenden! Ob Deutsch oder Englisch ist egal. Die Berichte werden auf folgender Seite veröffentlicht:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_conference.htm
Was ist der Sinn dieser Aktion?
Wie ich 2008 erfahren durfte, versuchen nicht wenige, die Konferenz nachträglich in ihrem Sinne darzustellen, so dass die Wahrheit über das wirkliche Geschehen auf der Konferenz verdunkelt wird. Je mehr Teilnehmer sich jedoch äußern, desto transparenter wird alles, und die Verzerrungen verschiedener Darstellungen entlarven sich gegenseitig. Man kann das Problem z.B. an den beiden Berichten zur Konferenz 2008 sehen, die auf der angegebenen Seite bereits zu finden sind. Welcher von beiden Berichten ist wohl näher an der Wahrheit? Bilden Sie sich selbst eine Meinung ...
Insbesondere die Aussagen im Plenum am Ende der Konferenz sind von Interesse! Dort wird unter allen Teilnehmern diskutiert und von der Konferenzleitung zusammengefasst, was nach deren Meinung erreicht wurde und wie es weitergehen soll. Was dort genau gesagt wurde, und von wem, und mit welcher Berechtigung, ist von ganz besonderem Interesse.
Auch Hinweise auf Meldungen in der in- und ausländischen Presse, die mir sonst vielleicht entgehen würden, nehme ich gerne entgegen! Fotos natürlich ebenfalls :-)
Ich weise darauf hin, dass ich nicht mit den Veranstaltern verbunden bin, nicht in deren Namen spreche und auch in keiner Weise an der Organisation der Konferenzen beteiligt bin.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
01.04.2011
Atlantis-Newsletter 37: Doku zu Freund jetzt auf youtube
Liebe Leserinnen und Leser,
die in Newsletter Nr. 36 besprochene ominöse Fernsehdokumentation mit Prof. Richard Freund auf dem National Geographic Channel vom 13. März 2011 ist inzwischen auf youtube zu sehen. Zusätzlich hatte der NGC offenbar noch eine allgemeine Doku über Atlantis aus dem Jahr 2005 auf Lager, die ebenfalls auf youtube zu finden ist.
Die ominöse Doku vom 13.03.2011:
http://www.youtube.com/watch?v=FyDEOuAO2OU
Die Doku "Is it real?" aus 2005:
http://www.youtube.com/watch?v=_qn-jbFQ0p0
Verlinkt ist der jeweils erste Abschnitt (1/4), zur Fortsetzung bitte selbständig die Fortsetzungsteile (2/4), (3/4), (4/4) anklicken.
Zur Einordnung von Prof. Freunds Thesen vgl. Newsletter Nr. 36.
Dank geht an Werner Wickboldt für den Link-Tipp!
Viel Spaß beim Sehen wünscht
Thorwald C. Franke
21.03.2011
Atlantis-Newsletter 36: Prof. Freund - Donana/Spanien
Liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Tagen ging durch die Medien, dass ein gewisser Prof. Richard Freund in einer Sendung auf dem National Geographic Channel vom 13. März 2011 die Auffindung von Atlantis im Donana Nationalpark in Südspanien verkündet haben will. Was ist davon zu halten?
########## Freunds Thesen ##################
Soweit man es den durchweg aufgeregten und inkompetenten Pressemitteilungen entnehmen kann, behauptet Richard Freund offenbar, dass er im Schlamm Ringstrukturen gefunden haben will. Genaueres weiß man aber nicht. Vielleicht ist das auch nur die Phantasie von Journalisten.
Richard Freund hat vor allem einen Stein gefunden, auf dem ein Krieger abgebildet ist, der rechts ein Schwert und links einen Schild in der Hand hält. Der Schild ist durch drei konzentrische Kreise dargestellt. Freund behauptet, es sei kein Schild, sondern Atlantis, und der Krieger stünde vor der Stadt Wache.
Richard Freund behauptet ferner, im Hinterland von "Atlantis" sogenannte "memorial cities" gefunden zu haben, die die Flüchtlinge von Atlantis dort nach dem Untergang ihrer Stadt gebaut hätten.
Zu Zeitangaben, von denen Freund ausgeht, findet sich nichts in der Presse, was ziemlich enttäuschend ist.
Hier die offizielle Pressemitteilung von der Uni Hartford:
http://www.hartford.edu/news/press-releases/2011/03/FindingAtlantis.aspx
Hier ein Video von der Uni Hartford, man sieht dort den Stein mit dem Krieger:
http://www.youtube.com/watch?v=ycKF-bOGnUA
Hier die Homepage zur Sendung auf dem National Geographic Channel:
http://channel.nationalgeographic.com/episode/finding-atlantis-4982/Overview
############ Kurze Kritik ####################
Zentral fällt auf, dass Freund seine Vorgänger und Kooperationspartner in der Forschung vor Ort unterschlägt: Rainer Kühne, Werner Wickboldt und spanische Forscher. Die Spanier beklagen sich nun, dass Freund nur kurz an ihrem Projekt teilgenommen habe, und sind jetzt überrascht, dass er nun plötzlich mit so unhaltbaren Thesen an die Öffentlichkeit gehe.
Die aufschlussreiche Kritik der Spanier findet sich hier:
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/spain/8381219/Lost-city-of-Atlantis-buried-in-Spanish-wetlands.html
Was die Schild-Darstellung anbelangt, so teilte mir Werner Wickboldt mit, dass es sich um eine typische Herzsprung-Schilddarstellung handele, also sicher nicht um Atlantis. Wickboldt sagt über Freunds "memorial cities", dass sie eine typische Siedlungsform der frühen Bronzezeit in Andalusien seien und kaum als Rückzugsort gedeutet werden können. Im heutigen Ort Jaen befinde sich eine entsprechende Anlage in mehreren 100m Höhe. Offenbar habe sich Freund in seinen Deutungen von dem Atlantologen Diaz-Montexano inspirieren lassen, dessen Namen er ebenfalls verschweigt.
############ Wer ist Freund? ###########################
Die Universität Hartford macht ihrer Homepage folgende Angaben zu Freund:
"Freund, Richard Ph.D., Jewish Theological Seminary. Director of the Maurice Greenberg Center for Judaic Studies. Related Research and Teaching Interests: The Archaeology of the Land of Israel, Biblical Studies, Jewish Ethics and Philosophy. Academic Discipline: History."
Quelle: http://www.hartford.edu/greenberg/faculty.asp
Es handelt sich also um einen "echten" Universitätswissenschaftler, einen Historiker, der nach Angaben der Presse schon etliche Ausgrabungen in Israel geleitet hat. Also auch einen "echten" Fachmann.
########### Woher die oberflächlichen Thesen? ###################
Des ganzen Rätsels Lösung ist, dass Freund ein Vertreter der maximalistischen Bibel-Interpretation ist. Das bedeutet, dass er die Erzählungen der Bibel möglichst wörtlich nehmen und in der Realität bestätigt sehen möchte. Der Gegensatz dazu wären die sogenannten Minimalisten, die die biblischen Darstellungen als theopolitisch motivierte Texte interpretieren, deren historischer Gehalt eher klein ist.
Der beste Beleg für Freunds Haltung ist der folgende Artikel:
http://jhvonline.com/archaeology-as-biblical-commentary-does-it-prove-or-disprove-the-text-p5813-220.htm
Hier kann man auch sehr schön sehen, wie seine wissenschaftliche Motivation von einer religiösen Motivation überlagert ist, er sagt über die Texte der Bibel: "... it matters that they have a sense of authenticity to them. If it’s all-symbolic, then at the end of the day, what does [the Bible] really provide you?"
Für diese Haltung wird Freund in der Wissenschaftsgemeinde heftig kritisiert. Hier eine vernichtende Rezension eines seiner Werke durch Prof. Eric H. Cline:
http://www.bib-arch.org/reviews/review-digging-through-the-bible.asp
Laut der Kritik der Spanier kam Freund zum Donana-Projekt wegen seines Interesses an Tartessos, das angeblich Handel mit dem angeblichen Königreich von Salomo trieb. Das ist die Verbindung! Dass Freund mit Tartessos nun gleich auch Atlantis gefunden haben will, passt offenbar zu seinem Verständnis alter Texte, die er sehr wörtlich zu nehmen pflegt.
Prof. Richard Freund ist ein exemplarisches Beispiel dafür, dass universitäre Wissenschaft sehr unwissenschaftlich sein kann.
########### Tipp ####################
Wer etwas über die Interpretation der Bibel lesen möchte, sollte folgendes Buch lesen, das den aktuellen Stand der wissenschaftlichen (minimalistischen) Forschung wiedergibt:
http://www.amazon.de/Keine-Posaunen-vor-Jericho-archäologische/dp/3423341513/
Die dort geäußerten Grundeinsichten über die Interpretation alter Texte und ihre Verbindung zur Realität kann man mehr oder weniger direkt auf die Frage nach Atlantis übertragen.
Damit ist diese Aufregung nun auch aufgeklärt!
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
11.03.2011
Atlantis-Newsletter 35: BILD-Atlantis-Expedition in der Kritik
Liebe Leserinnen und Leser,
Zusammen mit Joachim Rittstieg organisierte die BILD-Zeitung vom 1.-10. März 2011 eine Expedition in Guatemala zur Auffindung von Atlantis, vor allem aber zur Auffindung von angeblich vorhandenem Maya-Gold. Joachim Rittstieg mischt in seiner Atlantis-These u.a. die gefälschte Oera-Linda-Chronik, Maya-Handschriften und Atlantis=Amerika-Thesen. Seiner Meinung nach versank Atlantis im Izabal-See in Guatemala. Auf der Atlantis-Konferenz in Athen 2008 trat Rittstieg mit dem Anspruch auf: Atlantis ist gefunden!
Nun haben sich Wissenschaftler gegen diese Expedition zu Wort gemeldet. Ihnen geht es nicht um Atlantis, die kruden Thesen von Rittstieg sind für sie ohnehin indiskutabel. Ihnen geht es darum, dass diese Expedition Schaden für die Wissenschaft anrichten könnte:
Raubgräber könnten sich animiert fühlen, nach Gold zu suchen (wo übrigens keines ist) und dabei wertvolle Kulturgüter achtlos zerwühlen. Andererseits wächst das Misstrauen der Behörden vor Ort gegen ausländische Expeditionen mit seriösen wissenschaftlichen Absichten.
Ein interessantes Beispiel, wie aus Unsinn sehr schnell Ernst werden kann.
Der Aufruf der Wissenschaftler:
http://www.aeb.uni-bonn.de/aktuelles/stellungnahme-deutssprachiger-mesoamerikanisten-zu-bild-schatzsuche-in-guatemala
Die BILD-Atlantis-Expedition:
http://www.bild.de/BILD/news/2011/03/01/maya-schatz/bild-geht-auf-gold-expedition.html
Rittstieg: Das ABC der Maya:
http://www.amazon.de/ABC-Maya-Joachim-Rittstieg/dp/3924532699
Zur Oera-Linda-Chronik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ura-Linda-Chronik
Last but not least: Die Charta der Atlantis-Forschung:
http://www.atlantis-scout.de/charta.htm
Daraus die folgenden zwei Sätze:
"Wir lehnen offene Irrationalität ebenso ab wie mangelnde Belegbarkeit und Unklarheit in Struktur und Aussage von Beiträgen zur Atlantis-Forschung. Wir bedauern das ständige Wiederholen längst widerlegter Irrtümer."
und
"Wir lehnen es ab, die Forschung nach Atlantis mit Sensationshascherei und Geldmacherei zu verbinden."
Mit freundlichen Grüßen
Thorwald C. Franke
25.11.2010
Atlantis-Newsletter 34: Webseite Konferenz Atlantis 2011 freigeschaltet
Liebe Leserinnen und Leser,
die Webseite für die Atlantis-Konferenz 2011 auf Santorini in Griechenland am 25. und 26. Juni 2011 ist jetzt freigeschaltet worden:
http://atlantis2011.conferences.gr/
Damit ist auch die Call-for-Paper-Phase eröffnet. Die Veranstalter scheinen diesesmal vor allem Arbeiten mit Bezug zur Bronzezeit zu bevorzugen? Ein akademischer Grad ist übrigens nicht erforderlich, um ein Paper einreichen, ein Poster präsentieren und einen Vortrag halten zu dürfen. Eher sind originelle und substanzreiche Ideen gefragt.
Ich kann aus eigener Erfahrung (2008) jedem Atlantis-Interessierten die Teilnahme im Grundsatz empfehlen, wenigstens einmal sollte man sich das seltsame Völkchen der Atlantis-Interessierten selbst angesehen haben; solange im Prinzip jeder dort teilnehmen kann, ob pro oder contra Atlantis, ob Bronzezeit oder Eiszeit, ob philologisch oder geologisch orientiert, muss auch niemand befürchten, vereinnahmt zu werden.
Es existiert auch eine Facebook-Gruppe zur Konferenz, die regelmäßig Informationen verbreitet:
http://www.facebook.com/group.php?gid=8195799420
Ich weise darauf hin, dass ich nicht mit den Veranstaltern verbunden bin, nicht in deren Namen spreche und auch in keiner Weise an der Organisation der Konferenz beteiligt bin.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
14.10.2010
Atlantis-Newsletter 33: Revised Approach Italos = Atlas
Liebe Leserinnen und Leser,
zu meiner These "Italos = Atlas" von der Atlantis-Konferenz 2008 haben sich neue Erkenntnisse ergeben. Diese finden sich in einem neuen Artikel "Revised Approach Italos = Atlas":
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_italos.htm
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
04.10.2010
Atlantis-Newsletter 32: Neues Portal Atlantisforschung
Liebe Leserinnen und Leser,
ein neues deutschsprachiges Portal unter der Überschrift "Atlantisforschung" ist online gegangen. Die Herausgeber sind Bernhard Beier, Roland M. Horn und Claudia Wend. Die dort zusammengetragene Informationsfülle ist geradezu erdrückend, ein Besuch lohnt in jedem Fall:
http://www.atlantisforschung.de/
Man beachte das ausführlich erläuterte Wissenschaftsverständnis des Portals, das z.B. von meinem "schulwissenschaftlichen" Verständnis (Charta der Atlantis-Forschung) grundsätzlich verschieden ist:
http://wiki.atlantisforschung.de/index.php/Atlantisforschung
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
26.09.2010
Atlantis-Newsletter 31: Literatur zu Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
die Frage, mit welcher Lektüre man in die Atlantis-Thematik einsteigen sollte, wenn man ernsthaft interessiert ist, wird immer wieder gestellt. Sie ist allerdings nicht leicht zu beantworten. Um dennoch einen hilfreichen Fingerzeig zu geben, habe ich dazu eine eigene Seite auf meiner Homepage eingerichtet:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_introduction.htm
Es ist in der Tat nicht leicht, einen Überblick über die Veröffentlichungen zu Atlantis zu bekommen. Wer einen Blick in meine Bibliothek zu Platons Atlantis werfen möchte, kann dies jetzt auf youtube tun, wo ich in einem 10minütigen Film meine Sammlung vorstelle:
http://www.youtube.com/user/ThFranke?feature=mhum#p/c/9247C4A9461AC07E/1/5r2yDLEYfjA
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
11.07.2010
Atlantis-Newsletter 30: Die Bars von Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
Der Lyriker Durs Grünbein hat sich des Themas Atlantis angenommen und einen kurzen aber gehaltvollen Essay geschrieben:
"Die Bars von Atlantis"
http://www.amazon.de/gp/product/3518125982/
Hier meine Rezension dazu.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
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In den Bars von Atlantis endet der Abend nie
In seinem kurzen Essay "Die Bars von Atlantis" versucht Durs Grünbein, Lyriker und Kenner der Geisteswelt der Antike, zu erläutern, welche Gedanken hinter einer einzigen Zeile seines Gedichtes "Kosmopolit" standen und stehen. Dazu entfaltet er in 14 kurzen Betrachtungen ein Feuerwerk der Assoziationen. Sie kreisen um die folgenden Themen und Topoi: Die Leere des Transitraumes am Flughafen, Reisen als Vorgeschmack der Hölle, Seefahrt als Inbegriff der Reise, die Ursehnsucht des Menschen nach dem Eintauchen in das unendliche Meer, das im Meer versunkene Atlantis als Chiffre für das Endziel aller Reisen, und schließlich die Bars von Atlantis als der Treffpunkt für alle, die die Reise hinter sich gebracht haben. Nebenbei erfahren wir auch etwas zur Poseidonstadt Paestum und der Tomba del Tuffatore, zum ganz privaten Tauchvergnügen des Dichters, zur Weltflucht des Kapitän Nemo in seiner Nautilus, zu den Tränen des Odysseus, und dass es Dante war, der die Intention von Durs Grünbein in kaum beachteten Versen vorwegnahm, ja, ihm fast schon die Show stahl.
Es ist ein wahres Vergnügen, den von Gedanke zu Gedanke spielerisch fortschreitenden Ausführungen Grünbeins zu folgen, die sich auf höchstem Niveau von Sprache und Bildung bewegen. Wer ihm folgen kann, wird seine ungetrübte Freude daran haben; wer es nicht kann, hat einen Text vor sich, an dem man sich hervorragend abarbeiten kann, um höher zu kommen. Sprache im Sinne Durs Grünbeins ist eben nicht nur ein Sichversenken, sondern auch ein Emportauchen, ein Lesen zwischen den Zeilen, das sich über das Geschriebene erhebt, ein Erwachen aus fremden Lebensräumen, wo das Leben Traum nur heißt.
Aus der Sicht der Atlantisforschung greift Durs Grünbein ein Thema auf, das schon mehrfach bearbeitet wurde, nüchterner und expliziter - und dennoch unreflektierter - etwa bei Ulrich Sonnemann und dessen Frage nach der tiefenpsychologischen Dimension von Atlantis (Atlantis zum Beispiel, 1986).
Es bleibt die trockene Pflicht, auf einige typische Irrtümer im Zusammenhang mit Atlantis hinzuweisen, denen auch Durs Grünbein erlegen ist, damit die Welten von Dichtung und Wahrheit sich nicht auf unglückliche Weise miteinander vermischen: Die Forschung neigt zu der Auffassung, dass König Atlas von Atlantis, ein Sohn des Poseidon, nicht identisch ist mit dem Titan Atlas aus der griechischen Mythologie. Dieser Titan ist es, nach dem das Meer westlich der Säulen des Herakles das Atlantische Meer genannt wurde; als Platon seine Atlantis-Dialoge schrieb, war der Name schon vergeben. Platon hängt sich also keineswegs an den mythologischen Atlas an, sondern ersetzt ihn überraschend und kühn und weit über eine Entmythologisierung hinausgehend durch eine völlig andere Person gleichen Namens! - Etwas ins Auge geht die Verwendung des Begriffs Okeanos im Zusammenhang mit Atlantis. Platon verwendet das Wort Okeanos an keiner Stelle seiner Atlantis-Dialoge, und bei Herodot kann man nachlesen, warum der Mythos vom Okeanos damals in keinem guten Ruf stand; zumal es ja bei Atlantis um Logos und nicht um Mythos geht.
Wohltuend verschont Durs Grünbein seine Leser mit den ewig falschen Vulkanausbrüchen als Ursache für den Untergang von Atlantis, sondern bleibt bei den von Platon genannten Erdbeben. Und ja, auch hierin ist Durs Grünbein beizupflichten: Wer in ein U-Boot steigt, wird Atlantis wohl tatsächlich niemals zu Gesicht bekommen. Doch das zu erläutern würde das Atlantis des Dichters in unzulässiger Weise mit der Frage nach Atlantis als einem realen Ort verknüpfen. Denn in den Bars von Atlantis wird auch dann noch ein Kommen und Gehen herrschen, wenn Platons Atlantis sich als ein realer Ort entpuppt haben wird. Es wäre ja auch schade, wenn Atlantis das gleiche Schicksal wie Troja widerfahren würde: Ein langweiliger Trümmerhaufen am Ende der Zeit, entdeckt bis zur Unkenntlichkeit. Nein, bei Atlantis muss und wird und kann das alles nur ganz anders sein und bleiben!
09.04.2010
Atlantis-Newsletter 29: Atlantis-Konferenz 2011 steht fest!
Liebe Leserinnen und Leser,
der Termin für die Atlantis-Konferenz 2011 steht jetzt fest:
25.-26. Juni 2011, auf Santorini.
Die offizielle Homepage ist ebenfalls anfanghaft eingerichtet:
http://atlantis2011.conferences.gr/
Man beachte auch die facebook-Gruppe zur Konferenz:
http://www.facebook.com/group.php?gid=8195799420
Die Konferenz ist eine bunte Versammlung von Atlantis-Interessierten. Von Skeptikern über seriöse Atlantis-Sucher bis hin zu Atlantomanen mit und ohne akademischen Graden war dort bislang alles vertreten. Ob es für diese 3. Konferenz irgendwelche Restriktionen geben wird, wird man noch sehen.
Die Buntheit hat auch Vorteile: Denn wo genau wollte man die Grenze ziehen? Außerdem können die Teilnehmer so nicht als "Anhänger" einer bestimmten "Richtung" etikettiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Thorwald C. Franke
08.04.2010
Atlantis-Newsletter 28: Atlantis im Atlantik?
Liebe Leserinnen und Leser,
Erst 1944 legte Hans Pettersson die erste wissenschaftlich hinreichend gesicherte Beweisführung dafür vor, dass das Atlantis des Platon aus geologischer Sicht nicht im Atlantik gelegen haben kann.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein diskutierte die Wissenschaft u.a. auch versunkene Landbrücken zwischen den Kontinenten, wie es auch Aristoteles im Anschluss an Platons Atlantis-Dialoge tat (vgl. mein neuestes Buch "Aristoteles und Atlantis").
Dazu jetzt ein neuer Artikel auf meinen Internetseiten:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_pettersson.htm
Viel Spaß damit
Thorwald C. Franke
19.03.2010
Atlantis-Newsletter 27: Aristoteles und Atlantis - Neuerscheinung!
Liebe Leserinnen und Leser,
es ist soweit! Soeben ist mein neues Buch erschienen:
Aristoteles und Atlantis - Was dachte der Philosoph wirklich über das Inselreich des Platon?
Aristoteles hielt das Atlantis des Platon für eine Erfindung, so liest man es immer wieder. Doch stimmt das wirklich? Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt in der Wissenschaft noch die gegenteilige Auffassung. Wie kam es zu diesem Meinungsumschwung? Und war er berechtigt?
Über 100 Werke der Atlantis- und Aristoteles-Literatur, von der Antike bis zur Renaissance, vom 18. bis zum 21. Jahrhundert, wurden untersucht, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Dabei entfaltet sich Schritt für Schritt ein Wissenschaftskrimi rund um die Meinung des Aristoteles über Atlantis, der vor 200 Jahren begann und bis in die Gegenwart andauert. Was also dachte der große Philosoph und Schüler Platons wirklich?
Alle relevanten Stellen aus den Werken des Aristoteles sowie die Literaturrecherche sind im Anhang komplett dokumentiert.
Ich wünsche allen Lesern viel Freude mit diesem Buch!
Thorwald C. Franke
Buchseite mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe (PDF):
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_aristoteles.htm
Amazon:
http://www.amazon.de/Aristoteles-Atlantis-Philosoph-wirklich-Inselreich/dp/3839161665/
Kostenlose Rezensionsexemplare:
http://www.bod.de/index.php?id=3144
(Kurze Registrierung erforderlich)
Titel: Aristoteles und Atlantis
Autor: Thorwald C. Franke
Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt
Erschienen: März 2010
Ausstattung: Broschiert, 152 Seiten
ISBN: 978-3-8391-6166-1
13.02.2010
Atlantis-Newsletter 26: Collina-Girard / Donana
Liebe Leserinnen und Leser,
zur Hypothese von Jacques Collina-Girard (Atlantis = Spartel island) hat Prof. Heinz-Günther Nesselrath eine lobenswert ausführliche Besprechung verfasst, die bereits im September 2009 als Bryn Mawr Classical Review erschienen ist. Auch wenn man ohnehin nicht von den Thesen Collina-Girards überzeugt war, sind die kenntnisreichen Ausführungen Nesselraths doch immer lesenswert:
http://bmcr.brynmawr.edu/2009/2009-09-64.html
Die Ausgrabungen im spanischen Donana-Nationalpark haben jetzt auch die Aufmerksamkeit des Daily Telegraph erregt. Neben Rainer W. Kühne und Werner Wickboldt mischt jetzt auch Georgeos Diaz-Montexano dabei mit, dort Tartessos und/oder Atlantis zu finden:
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/spain/7019522/Lost-city-of-Atlantis-could-be-buried-in-southern-Spain.html
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
01.01.2010
Atlantis-Newsletter 25: Online-Videos zu Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
ich wünschen Ihnen allen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2010!
Auf Youtube, der Internet-Plattform für Online-Videos, gibt es eine schier unglaubliche Zahl von Videos zum Thema Atlantis. Das meiste davon ist natürlich unbrauchbar, aber mit ein wenig Mühe finden sich auch eine ganze Reihe von "Perlen".
Diese habe ich seit einiger Zeit in einem sogenannten "Channel" unter dem Titel "Plato's Atlantis" zusammengefasst, wo sie sich jeder Interessierte ansehen kann.
http://www.youtube.com/user/ThFranke
Viel Spaß damit wünscht
Thorwald C. Franke
05.11.2009
Atlantis-Newsletter 24: Nächste Atlantis-Konferenz erst 2011
Liebe Leserinnen und Leser,
die nächste Atlantis-Konferenz ist vom Juni 2010 auf auf den Juni 2011 verschoben worden.
Kostas Konstantinidis teilte mir dazu auf Anfrage mit: "The main reason is the short time between the two conferences as well as the delay in the collection of the papers and the publishing of the book of proceedings of Atlantis 2008."
Siehe die Ankündigung auf der Homepage der vergangenen Konferenz:
http://atlantis2008.conferences.gr/
und die Heliotopos-Homepage:
http://heliotopos.conferences.gr/index.php?id=upcomingevents
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
11.10.2009
Atlantis-Newsletter 23: Wickboldt: Atlantis in der Donana
Liebe Leserinnen und Leser,
der Bericht über Ausgrabungen im Donana Nationalpark hat Werner Wickboldt dazu veranlasst, seine Atlantis-Hypothese für diesen Newsletter neu zu formulieren, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Hypothese von Rainer W. Kühne deutlich werden zu lassen (Beleglinks am Ende des Textes):
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Atlantis in der Donana – eine realistische Hypothese
In vielen Artikeln werden Kühne und ich als Team bezeichnet. Das ist unzutreffend. Wir hatten zwar bereits 1988 eine kurze Diskussion im Zusammenhang mit der Helgoland-Theorie von Spanuth. Danach hatten wir bis 2003 keinen weiteren Kontakt. In den Jahren dazwischen hatte ich meine Theorie zur Lage von Atlantis entwickelt und 1996/ 97 über ein Satellitenbild eine genaue Position für die ringförmige Zentralanlage von Atlantis bestimmt. Über zwei Zeitungsberichte über einen Vortrag vom 08.01.2003 erfuhr Kühne davon und nahm Kontakt zu mir auf. Ich übermittelte ihm eine Skizze meiner Entdeckung. Mit dieser Skizze sowie einem Bild aus der Zeitung, auf dem ich während des Vortrages auf dem Satellitenbild die Position der Gedenkstätte zeige, hat er im Forum atlantisrising unter Mithilfe von Ulf Richter und Georgeos Diaz-Montexano, die andere Satellitenbilder zur Verfügung hatten, meine Lokalisierung nachvollzogen. Das Ausschlag gebende Satellitenbild liegt auch dem interaktiven Atlas de Andalucia zu Grunde. Über unsere Verbindungen berichtet Kühne selbst auf mysteria3000 unter den Abschnitten 3 und 6.
In seinem Artikel in Antiquity erwähnt er meine Lokalisierung im Zusammenhang mit anderen Atlantistheorien im Rahmen seiner Theorie um Tartessos, das er als Vorbild für Platos Atlantis ansieht (s. Atlantis-Newsletter 22).
Kernpunkte zu mit kurzen Begründungen sind:
1. Der Atlantisbericht von Plato ist eine in sich geschlossene Darstellung aus einer ägyptischen Quelle. Die ägyptische Quelle umfasst Informationen aus dem 12. Jahrhundert v.Chr. und früher. Er beschreibt für Griechenland und Athen Sachverhalte, die zur Zeit Platos in Griechenland nicht bekannt gewesen sind. Wären sie bekannt gewesen, hätte Plato diese Sachverhalte nicht als unbekannte Information aus einer ägyptischen Quelle herausstellen können. Die Reaktion der Zeitgenossen wäre anders ausgefallen.
2. Das griechische Wort bedeutet ursprünglich und wird allgemein mit übersetzt. Es wird aber auch in der Bedeutung von griechischen Geographen verwendet. In diesem Sinn verwendet Plato auch diesen Begriff wissentlich oder unwissentlich, da auch im Ägyptischen diese Doppelbedeutung besteht. In dieser Bedeutung macht Platos Landschaftsbeschreibung von Atlantis im Zusammenhang mit dem Untergangsszenario Sinn.
3. Das Weltbild der Ägypter war umfangreicher als allgemein dargestellt wird und Platos Angabe über die Kenntnisse fremder Länder ist zutreffend. Über Handelskontakte können die Ägypter vom fernen Westen erfahren haben. Mykenische Scherben im Flussgebiet des Guadalquivirs in Cordoba sowie neuere Forschungen zu Elfenbeinartefakten auf der Iberischen Halbinsel aus der Zeit vor 1650 v.Chr. weisen auf Verbindungen zum östlichen Mittelmeergebiet bereits während dieser Zeit hin. Dabei werden direkte ägyptische Einflüsse b.z.w. Importe nicht ausgeschlossen.
4. Aus 3. ergibt sich, dass z.B. die Nennungen vom Ozean und des großen Wasserkreises in den Texten von Medinet Habu und anderen ägyptischen Quellen keine Begriffe der Mythologie sind, sondern eine reale geographischen Bedeutung haben und die Ägypter klare Vorstellungen besaßen. Wenn also in ägyptischen Texten aus der Zeit von Ramses II. bis Ramses III. u.a. angegeben wird, dass die Seevölker vom Ozean kommen, so ist das glaubwürdig. Wenn in der Überlieferung auf Sardinien und Sizilien Siedler erwähnt werden, die aus dem Westen kommen, so kann das mit der von Plato beschriebenen Ausdehnung der Atlanter in das Gebiet des Mittelmeeres zusammenhängen.
5. Innerhalb des Marschengebietes im Mündungsbereich des Guadalquivirs habe ich auf einem Satellitenbild, das mir 1996 von der Fa. Euromap zur Verfügung gestellt wurde, Strukturen erkannt, die in ihren Proportionen nach Platos Beschreibung der Zentralanlage von Atlantis übereinstimmt. Diese Strukturen umfassen das System der Land- und Wasserringe sowie im Zentrum ein Viereck, das ich als die Gedenkstätte deute, sowie ein Rechteck in den Proportionen des Tempels.
6. Diese Anlage wurde in der Zeit der Wanderung der Seevölker und den damit verbundenen Kämpfen durch eine Tsunami vernichtet. Die Gewalt der Vernichtung kann der Situation vom 1. November 1755 entsprechen, als Lissabon durch ein Erdbeben mit anschließender Tsunami zerstört wurde. Die Flutwelle lief damals auch im Flusslauf des Guadalquivirs bis nach Sevilla auf und überflutete auch das Gebiet, in dem ich Atlantis vermute. Entsprechende Ereignisse weisen nach Forschungen an der iberischen Westküste eine Periodizität von ca. 1000 Jahren auf. Auf den „Ruinen“ der zerstörten Anlage kann unter Umständen Tartessos errichtet worden sein. Aus dieser identischen Lage sind die Parallelen zwischen Atlantis und Tartessos erklärbar. Ob die Siedler von Tartessos Nachfahren der Atlanter sind, ist nicht auszuschließen, aber nicht zwingend.
Durch Kühne´s Artikel in „Antiquity“ wurden die spanischen Forscher aufmerksam und begannen im August 2005 unter dem Titel “Contrastación preliminar de la hipótesis Wickboldt-Kühne” mit ihren Forschungen. In einem Antrag für weitere Forschungsgelder im November 2006 schreiben sie zu ihrer Intension und zusammenfassend zu den ersten Forschungsergebnissen:
Yet no one before 2004 had pointed to the Marsh of Hinojos as the most likely place for the city, on the basis of satellite photographs. That is why our interdisciplinary project of testing the Wickboldt-Kühne Hypothesis, like the Hypothesis itself, is novel. The reason for this novelty lies in the credibility that most archaeologists and historians still bestow upon Gavala's geological theory (Anmerkung: eine in den 1920-ern erstellte Theorie zur geologischen Entwicklung des Gebietes der Donana). As of today, we have collected photographs that supplement those published in Antiquity, have studied the most recent literature on the geomorphology of the Park and have received the first results of a geophysical and electromagnetic survey of the subsoil of the specified area. All of these preliminary results, independently obtained from one another, justify the Hypothesis.
Die Forscher erhalten nur eine minimale finanzielle Zuwendung für ihre Forschungen. Sie bestreiten ihre Forschungen aus Eigenmitteln der Institute, an denen sie tätig sind. Über ihre Forschungen haben sie unter dem Titel <17/2005 (Prospección) “Contrastación preliminar de la hipótesis Wickboldt-Kühne”> jährlich in den Jahresberichten über Forschungsergebnisse des PARQUE NACIONAL DE DOÑANA berichtet: 2005, 2006, 2007 und 2008 (spanisch). Über die Ergebnisse der diesjährigen Forschungen, die am 17.08. beginnend 4 Wochen laufen sollten, habe ich noch keine Information.
Für Kommentare, Anmerkungen, Anregungen und Fragen bin ich dankbar und über wickboldt@t-online.de erreichbar.
Werner Wickboldt
Beleglinks:
https://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2164/artid/1146232
https://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2044/artid/1281883
http://forums.atlantisrising.com/ubb/Forum1/HTML/000685-2.html (!Nur die Beiträge von Richter, Diaz-Montexano und Kühne betreffen das angesprochene Thema!)
http://atlas.andaluciajunta.es/atlasweb/atlas/atlas.jsp?tema=2
http://www.mysteria3000.de/wp/?p=24
http://antiquity.ac.uk/ProjGall/kuhne/index.html
http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/view/praehistorische-elfenbein-objekte-zeigen-alte-handelswege/
http://www.incentivs.uni-mainz.de/downloads/AnnualMeeting2006/AM2006_schumacher.pdf
http://www.ebd.csic.es/Website1/Parque/Documentos/Resultados2005.pdf
http://www.ebd.csic.es/Website1/Parque/Documentos/Resultados2006.pdf
http://www.ebd.csic.es/Website1/Parque/Documentos/Resultados2007.pdf
http://www.ebd.csic.es/Website1/Parque/Documentos/Resultados_2008.pdf
Ein Bericht, der die Problematik der Forschungen in dem Nationalpark kennzeichnet, ist unter http://www.dlr.de/Portaldata/1/Resources/kommunikation/publikationen/116_nachrichten/Artikel_13_MicroAirLab.pdf nachzulesen.
04.10.2009
Atlantis-Newsletter 22: Ausgrabungen in Spanien begonnen!
Liebe Leserinnen und Leser,
in Spanien haben Ausgrabungen mit Atlantis-Bezug begonnen: Inspiriert durch die Thesen von Rainer W. Kühne und Werner Wickboldt hofft ein spanisches Forscherteam, das verschwundene Tartessos zu finden!
Was ist Kühnes These?
Die Kernthese von Rainer W. Kühne lautet: "Good fiction imitates facts. Plato declared that his Atlantis tale is philosophical fiction invented to describe his fictitious ideal state in the case of war. I suggest that Plato used three historical elements for this tale. (i) Greek tradition on Mycenaean Athens for the description of ancient Athens, (ii) Egyptian records on the wars of the Sea Peoples for the description of the war of the Atlanteans, and (iii) oral tradition from Syracuse about Tartessos for the description of the city and geography of Atlantis." *)
Kühne vertritt also nicht die These Tartessos = Atlantis, sondern die These, dass Tartessos eine von mehreren Vorlagen war, nach denen Atlantis von Platon erfunden wurde. Die Medien bauschen das natürlich zur These Tartessos = Atlantis auf.
Damit erneuert Rainer W. Kühne die Atlantis-Forschung von Adolf Schulten, dessen Grundthese lautete: "Ist es ... nicht unmethodisch, überhaupt bei Platons Dichtung nach einer ihr zugrunde liegenden Wirklichkeit zu spüren? Das ist durchaus nicht unmethodisch, denn die Dichter haben von jeher Dichtung und Wahrheit gemischt. ... Wir sind also berechtigt, in der Atlantis noch nach weiteren Entlehnungen aus der Wirklichkeit zu suchen."
Wünschen wir dem Grabungsteam viel Erfolg! Über die Ergebnisse der Grabung wird an dieser Stelle berichtet werden.
Zur These Atlantis = Sardinien von Sergio Frau sagte Kühne gegenüber liberoreporter, dass er sie für irrig halte, weil Sardinien nicht bei Gibraltar liege. Darüber hinaus seien die Beschreibungen Platons nicht mit der Kultur des westlichen Mittelmeerraumes vor 800 v.Chr. vereinbar. Erst danach hätten Griechen und Phönizier kulturelle Elemente wie eine Hauptstadt, Kanäle, Schrift, Olivenbäume und Stieropfer in den Westen gebracht, so Kühne.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
*) Die Aussage, dass "Atlantis eine philosophische Fiktion ist", stammt in dieser Form natürlich nicht von Platon, sondern ist eine Interpretation Kühnes.
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Weblinks:
Interview mit Rainer W. Kuehne 28.09.2009:
http://www.liberoreporter.it/NUKE/news.asp?id=4265
(Italienisch)
Artikel über die Grabungen 30.08.2009:
http://www.huelvainformacion.es/article/provincia/502947/csic/inicia/las/primeras/catas/arqueologicas/la/atlantida.html#
(Spanisch)
Donana Nationalpark:
http://de.wikipedia.org/wiki/Coto_de_Do%C3%B1ana
Literatur:
Schulten (1939): Adolf Schulten, Atlantis, Rheinisches Museum für Philologie Nr. 88 / 1939, S. 326 - 346.
Kühne (2009): Rainer W. Kühne: Did Ulysses Travel to Atlantis?, in: S.A. Paipetis (Hrsg.), Proceedings of the Symposium Science and Technology in Homeric Epics, SPAP Conference Centre, Ancient Olympia/Greece, 27. - 30. August 2006, Springer Verlag, 2009.
05.09.2009
Atlantis-Newsletter 21: Italienische Atlantis-Autoren
Liebe Leserinnen und Leser,
zwei neue Besprechungen zu italienischen Atlantis-Autoren finden sich auf meiner Homepage:
Massimo Pallottino war der Doyen der italienischen Altertumswissenschaften, ein international bekannter und anerkannter Wissenschaftler ersten Ranges. In seinem 1952 veröffentlichten Artikel "Atlantide" bezeichnete Pallottino die Frage nach Atlantis als "offene Frage", die von der - Zitat - "offiziellen Wissenschaft" nicht richtig gewürdigt worden sei. Damit dürfte das Interesse geweckt sein ...
Sergio Frau ist mit seiner These von 2002, dass die Säulen des Herakles früher bei Sizilien gelegen hätten und die Insel Sardinien mit Atlantis identisch sei, inzwischen so bekannt wie ein bunter Hund. Leider musste ich seine umfangreiche Argumentation Punkt für Punkt zerpflücken, bis fast nichts mehr davon übrig blieb.
Hier geht's zur Homepage:
http://www.atlantis-scout.de/
Ich wünsche interessante Einsichten mit den zwei Besprechungen!
Thorwald C. Franke
12.08.2009
Atlantis-Newsletter 20: Textsammlung / Kunst
Liebe Leserinnen und Leser,
offenbar macht auch die Atlantis-Szene Sommerpause, Neuigkeiten sind Mangelware.
Doch halt!
Eine bemerkenswerte Publikation ist erschienen: Oliver Kohns und Ourania Sideri haben eine durchaus brauchbare Textsammlung zu Atlantis zusammengestellt, siehe hier:
http://www.amazon.de/Mythos-Atlantis-Texte-Platon-Tolkien/dp/3150201780/
Dazu meine Amazon-Rezension:
Top-Empfehlung für alle Atlantis-Interessierten!
Mit "Mythos Atlantis" liegt eine wohlorganisierte und teils erfreulich gut ausgesuchte Sammlung von wichtigen Texten zu Platons Atlantis vor, wie es sie bisher nicht gab. Sie sei jedem dringend empfohlen, der sich mit Platons Atlantis näher beschäftigen möchte!
Leider ist auch diese Sammlung nicht perfekt: Zentrales Manko ist, dass sich die Herausgeber teils in der Wahl der Texte und vor allem in ihrem Nachwort konsequent auf die Seite derer schlagen, für die Atlantis eine Erfindung des Platon ist.
Die stereotypen Irrtümer und Missverständnisse, die dieser Sichtweise eigen sind, seien hier nicht noch einmal aufgedröselt, denn darum geht es hier nicht: So legitim ein Standpunkt auch immer sein mag, in einer allgemeinen Textsammlung wäre ein neutraler Standpunkt angemessener gewesen. Selbst in der Literaturliste fehlen konsequent Titel, die die Möglichkeit einer Existenz von Atlantis erörtern: Kein John V. Luce, kein Marinatos, kein Brandenstein, kein Zangger, keine Proceedings der Atlantis-Konferenz von 2005. Statt dessen sind so oberflächliche Bücher wie Paul Jordans "Atlantis Syndrome" enthalten. Das ist dann schon ein wenig arg einseitig.
Trotzdem: Das Glas ist halb voll und nicht halb leer, die beiden Herausgeber haben im Rahmen ihres Verständnisses eine gute Arbeit abgeliefert: Kaufen!
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Künstlerisch wird das Thema Atlantis zur Zeit durch das Ausstellungsprojekt "Rohkunstbau" verwertet, die eine beachtliche Presse-Resonanz findet. Hier z.B. der Bericht im Deutschlandradio Kultur:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/997659/
Wer mehr wissen will, wird über GoogleNews oder auf der Projektseite fündig:
http://www.rohkunstbau.de/
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Nicht damit zu verwechseln ist die Installation "Erzstaat Atlantisis" von Jonathan Meese, die z.Z. im Arp Museum in Remagen zu sehen ist, hier ebenfalls zwei informative Links:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/958543/
http://www.arpmuseum.org/html/programm/fr_ausst.html
Ein Videoclip auf SWR zeigt den Künstler (mit einem Krampf im rechten Arm? Oder doch eher im Kopf? ... zeitgenössische Kunst eben ... *seufz* ...)
http://www.swr.de/nachtkultur/angesagt/-/id=3096806/did=4668008/pv=video/gp1=4821406/nid=3096806/lzavm5/index.html
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Das war's auch schon wieder, viele Grüße bis zum nächsten Mal
Thorwald C. Franke
07.06..2009
Atlantis-Newsletter 19: Expeditionsbericht Sizilien Mai 2009
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich darf kurz von meiner Expedition nach Sizilien und den mutmaßlichen Ort der Atlantis-Stadt berichten. Einige Fotos dazu habe ich auf der bekannten Seite hinzugefügt:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_sicily.htm
Zunächst zu den Museen Siziliens, sie sind ein Kapitel für sich. Das wichtigste Museum, das Museo Paolo Orsi in Syrakus, war wegen Strommangels für 5 Tage geschlossen. Das Museo Civico in Mineo war wegen Umbaumaßnahmen geschlossen, angesprochene Einwohner Mineos wussten zunächst nicht, wo das Museum überhaupt ist. Das im Internet als "wichtig" (und geöffnet) angepriesene Museo im Normannenkastell von Adrano war wegen Umstrukturierungsmaßnahmen geschlossen - schon seit zwei Jahren. Dafür hatte das Museum auf Lipari offen, wo sich bedeutende Bronzestücke unmittelbar aus der Zeit der Seevölkerkriege befinden! Das Museum in Agrigent hatte ebenfalls offen und bietet auch mehr, als zu vermuten war, u.a. einen Krug mit einer längeren sikulischen (?) Inschrift. Das kleine Museum am Palike-Hügel selbst öffnet nur für angemeldete Gruppen, war also für mich geschlossen.
Die Landschaft Siziliens entspricht den Beschreibungen des Atlantisberichts praktisch zu 100 Prozent: Die hohen Berge im Norden, die Hügellandschaft im Inneren der Insel, die steil aufragenden Küsten, die rechteckige Ebene. Einziger Diskussionspunkt ist die Frage, inwieweit diese Ebene "im Süden" liegt, siehe mein Konferenz-Paper. Die Reise zeigte auch, dass diese Ebene kein Konstrukt ungenauer Karten ist, sondern tatsächlich von erstaunlicher Flachheit ist: Man könnte meinen, man sei in Holland.
Ein kurzes Stück entfernt von der Ebene, in einem Flusstal zur Mitte der Insel hin, liegt der flache Hügel von Palike, prinzipiell erreichbar für Schiffe. Vom Fluss am Nordrand der Ebene, dem Simaethus, heißt es, dass die Sikuler ihn bis zur Sikulerstadt bei Adrano schiffbar gemacht hätten. Das könnte man mit einem Fluss am Südrand der Ebene zum Palike-Hügel hin ebenfalls tun, womit man dann auch die von Platon erwähnten Kanäle am Rande der Ebene erklärt hätte. Nun gut, das ist im Moment eine begründete aber noch unbelegte Vermutung.
Der mutmaßliche Hügel von Atlantis entspricht in etwa den Erwartungen, jedoch hielt mich das hüfthohe Gestrüpp aus Gras, Disteln und Kakteen davon ab, alle Punkte so zu untersuchen, wie ich es mir gewünscht hätte. Auch zahlreiche landwirtschaftliche Einzäunungen erschwerten die Untersuchung erheblich.
Leicht zu identifizieren waren die Farben von Atlantis: Schwarzer Basalt und weißer Kalkstein sind unübersehbar das Grundmaterial der Gegend. Hinzu kommt nicht etwa roter Sandstein, wie ich bislang dachte, sondern Eisenoxyd-haltiges Material in Massen. Der Hügel ist ein alter Vulkan. Schon Vergil spricht von der Eisenröte des Ortes.
Bestätigt ist nun auch, dass der Hügel sich direkt und flach aus der Ebene erhebt, während alle anderen Höhenzüge der Gegend sanft ansteigen und damit für eine Anfahrt mit Schiffen nicht in Frage kommen. An der Stelle der vermuteten Brücke finden sich tatsächlich zahlreiche Aushöhlungen mit Garagentor-großen Eingängen. Hier wären die Schiffsgaragen von Atlantis zu vermuten, jedoch war eine genauer untersuchte Höhlung eindeutig ein Grab und keine Schiffsgarage, denn sie verengte sich nach etwa einem Meter Tiefe zu einer engen Tür. Diese Höhlung lag auch 1 - 2 Meter zu hoch, um per Schiff erreicht werden zu können. Tiefer gelegene Höhlungen konnten leider nicht untersucht werden, weil sie mit Erde zugeschüttet bzw. wegen Gestrüpps unerreichbar waren. Die Frage nach den Schiffsgaragen muss also erst einmal noch offen bleiben.
Auf halber Höhe des Hügels war eine Wasserquelle zu finden, auch hier bleibt offen, ob alt oder neu. Dummerweise vergaß ich zu überprüfen, ob das Wasser heiß oder kalt war - blame on me! Was die zwei Paliken-Quellen vor dem Hügel anbelangt ist nun eindeutig geklärt, dass es sich nicht um Schwefelquellen handelt. Es sind Kohlendioxid-Quellen, die tatsächlich für die Getränkeindustrie ausgebeutet werden. Mein Dank geht an das dortige Unternehmen für die freundliche Spontanführung! Ciao Daniele! :-)
Die Ebene um den Hügel herum ist von einigen alten Kanälen durchzogen, die keinen Anschluss an bestehende Flüsse haben. Es könnten Überreste des Kanalsystems von Atlantis sein. Aber auch hier gilt: Ohne eine saubere geoarchäologische Rekonstruktion darf die Beweiskraft der Funde nicht überstrapaziert werden. Die Schwierigkeiten und Veränderungen des Geländes sind nicht unerheblich, vor allem nicht im mutmaßlichen Bereich der Brücke.
Die Reise hat noch zahllose weitere Erkenntisse und Anregungen erbracht, die ich hier weder ausbreiten kann noch ausbreiten will. Für 11 kg Übergepäck an Büchern und Steinen musste ich 120,- EUR an Alitalia bezahlen. Eine Etappe auf der Suche nach Atlantis ist nun erreicht, die Arbeit geht weiter. Schnellschüsse sind nicht zu erwarten, Beruf, Familie und Freunde gehen vor.
Nur soviel sei schon verraten:
Es ist mir jetzt auch gelungen, eine glaubwürdige und stringente Entschlüsselung für den Königsnamen Azaes zu finden. Das ist u.a. auch deshalb von Bedeutung, weil gerade auch an diesem Namen alle bisherigen Entschlüsselungsversuche scheiterten. Das Sizilien der Sikuler hält für diesen Namen eine fast schon augenfällige und sehr überzeugende Lösung vor. Man kann sie allerdings nur finden, wenn man Latein, Altgriechisch und Mittelägyptisch zugleich gelernt hat, und zwar etwas besser als nur das schulische Niveau; ich finde das besonders schön, weil hier alle drei Sprachen zugleich gefordert sind (*schmunzel*).
Das erklärt auch, warum bislang niemand diese Lösung gefunden hat, denn es ist eigentlich nicht besonders schwer, sondern fast genau so, wie Platon es beschrieben hat: Eine Übersetzung aus dem italischen Sikulisch ins Mittelägyptische, und dann eine Transformation ins Altgriechische. Vorzuschalten ist dem allerdings eine Rückübersetzung aus dem Altgriechischen der sizilischen Griechen ins Sikulische ...
Ich werde damit doch nicht zuviel verraten haben?! :-)
Mit den besten Wünschen
Thorwald C. Franke
16.03..2009
Atlantis-Newsletter 18: Projekt Atlantis!
Liebe Leserinnen und Leser,
in diesem Newsletter möchte ich Ihnen meine Amazon-Rezensionen zur sogenannten "Projekt-Trilogie" von Andreas Wilhelm vorstellen, von der soeben der dritte und letzte Teil veröffentlicht wurde. Eine abenteuerliche Suche erreicht ihren Höhepunkt:
- - - Projekt Atlantis! - - -
Wer sich mit Atlantis beschäftigt wird in dieser aktuellen literarischen Verarbeitung des Themas so manches wiedererkennen ... und zwar vom ersten Band an!
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Thorwald C. Franke
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Projekt Babylon:
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Spannend - Interessant - Geistreich
Ein wirklich gelungener Roman. Andreas Wilhelm ist viel mehr als der "deutsche Dan Brown". Sein Forschertrio ist viel besser geeignet, eine gemeinsame Suche nach der Wahrheit im Dickicht der Mythen und Überlieferungen darzustellen, weil Skepsis, Pragmatik und Herz viel besser repräsentiert werden. Hier wird nicht einfach an Übersinnliches geglaubt - es wird aber auch nicht zu trocken - und die weibliche Komponente wird nicht so seltsam ignoriert, wie bei Dan Brown. Auch erfindet Andreas Wilhelm nicht ganz so wilde Zusammenhänge, wie Dan Brown. Das Spannungsniveau ist in etwa dasselbe, man bekommt wirklich etwas geboten. Dieser erste Band einer Trilogie, der eine in sich abgeschlossene Handlung hat, enthält auch bereits deutliche Hinweise, wo alles enden wird im dritten Band - für den, der sich auskennt :-) Alles in allem: Große Leseempfehlung!
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Projekt Sakkara:
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Der Autor weiß wovon er schreibt und präsentiert es meisterlich
Dieser zweite Teil der Projekt-Trilogie ist erneut eine gelungene Überraschung: Denn anders als bei anderen Autoren flacht Andreas Wilhelm in seinem zweiten Band keineswegs ab. Im Gegenteil: Er dreht so richtig auf und liefert eine Komplettverarbeitung der ägyptischen Kultur und all ihrer Geheimnisse, sowie ihrer Entdeckungsgeschichte, die das Herz jeden Kenners höher schlagen lassen muss. Erneut beweist Andreas Wilhelm auch, dass er die Gratwanderung zwischen Wissenschaft, Pseudowissenschaft und Esoterik meisterlich beherrscht. Plumpe Geschmacklosigkeiten unterbleiben konsequent, statt dessen souveräne Raffinesse und Ironie ohne Ende - da kommt man auch als Skeptiker voll auf seine Kosten. Überhaupt bemerkt man, dass der Autor ein Themengebiet nicht nur "verarbeitet", sondern sich selbst bestens darin auskennt.
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Projekt Atlantis:
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Phantastisches Ende einer spannenden Suche - pro und contra
Das Forscherduo Peter und Patrick, wie immer ergänzt um eine Frau, macht sich in diesem dritten und letzten Band der Projekt-Trilogie dazu auf, das letzte und größte Geheimnis zu ergründen: Atlantis.
Da das Thema Atlantis im Gegensatz zu Templern oder Ägyptern z.Z. noch wenig real vorzuzeigende Substanz aufzuweisen hat, weitet sich die Story dieses Mal zu einer phantastischen Geschichte aus, die eines Jules Verne würdig gewesen wäre (man denkt unwillkürlich an "20000 Meilen unter dem Meer" oder die "Reise zum Mittelpunkt der Erde"). Leider geht dabei ein wenig der Zauber verloren, der in den beiden ersten Bänden davon ausging, dass das Mystische sich sehr eng in das Bekannte und Erforschte einbettete. Die Gratwanderung zwischen Wissenschaft, Pseudo-Wissenschaft und Esoterik wurde in diesem dritten Band leider deutlich verfehlt.
Es ist aber dennoch eine grandiose Abenteuergeschichte. Gut gefallen hat auch die realistische Darstellung eines Meeresforschungsprojektes: Das Schiff, die Technik, die Mannschaft, die Organisation. Auch das Verhalten der Medien wurde gut getroffen. Ganz amüsant war die Darstellung typischer Phänomene, wie es sie in der real existierenden Atlantis-Forschung tatsächlich gibt: Die Skeptiker, die Spinner, die Hochstapler, die verkannten Seriösen, die Selbstzweifel, die Euphorie, und noch einmal: die Medien und ihr ganz spezieller Blinkwinkel.
In einem Punkt stiftet der Autor unnötig Verwirrung (Nachwort): Das Atlantis des Romans entspricht zwar durchaus einem Teil des Mythengeflechts, das sich im Laufe der Jahrhunderte um das Thema Atlantis gesponnen hat - aber es wäre erwähnenswert gewesen, dass dieses Atlantis natürlich *nicht* dem originalen, von Platon beschriebenen Atlantis entspricht. Im Roman wurde vielmehr auf Vorstellungen von Atlantis zurückgegriffen, wie sie Ignatius Donnelly, mehr noch, wie sie Esoteriker und Theosophen im Laufe der Zeit sich frei zusammengedichtet haben. Wer sich hingegen auf eine realistische Weise mit dem originalen Atlantis des Platon beschäftigen möchte, dem sei z.B. folgendes Buch empfohlen: Thorwald C. Franke: Mit Herodot auf den Spuren von Atlantis - Könnte Atlantis doch ein realer Ort gewesen sein?
Weitere Schwächen sind:
Das Verhalten des Kommandanten des Marine-Stützpunktes ist unrealistisch: Es ist kaum anzunehmen, dass ein professioneller Soldat nicht misstrauisch wird, wenn ein Außenstehender plötzlich über militärische Interna Bescheid weiß - und als Familienvater praktisch seine ganze Karriere aufs Spiel setzt, vielleicht sogar Gefängnis riskiert.
Etwas unlogisch war, dass die dunkle Trennschicht diesmal für die Elektronik durchlässig war. Diese für den Fortgang der Handlung wichtige Frage hätte man anders umschiffen müssen.
Ebenfalls etwas schwach motiviert war die Auffindung nicht von einer, sondern gleich von zwei Textquellen zu Atlantis. Wie es aussieht, hätte die aus Alexandria vollkommen genügt. Wozu dann die andere?
In Projekt Atlantis führen plötzlich vier Brücken zum Zentrum von Atlantis, während in den ersten beiden Bänden der Grundriss der Anlage nur einen solchen Zugang zum Zentrum aufweist, wie es ja auch der Beschreibung Platons entspräche.
Etwas enttäuschend war, dass keine näheren Inhalte aus dem vollständigen Manuskript des Platon-Dialoges Kritias präsentiert wurden. Man kann nicht die Auffindung einer so heißen Textquelle postulieren, aber dann kaum daraus zitieren.
Schließlich kann man noch den philosophischen Gehalt der Trilogie beleuchten: Alles in allem gut gemeint, aber doch etwas seicht. Liebe, Mitmenschlichkeit und Verantwortung als Werte sind ja nicht ganz neu. Problematisch wird es mit dem Motto "Wage zu wissen": Denn Wissen erschließt sich dem Menschen in der realen Welt nicht aus telepathischen Archiven, sondern aus langwierigen Lern- und Denkanstrengungen, die teils harte Desillusionierungen und Enttäuschungen erfordern. Von einer solchen realistischen Erkenntnisphilosophie war aber kaum etwas zu sehen. Am beeindruckendsten war vielleicht die Verwandlung von Patrick im zweiten Band, die im dritten Band dann leider etwas unterging.
Alles in allem:
Die Projekt-Trilogie von Andreas Wilhelm ist ungeachtet gewisser Schwächen längst dabei, ein Kult zu werden wie die Bücher von Dan Brown. Es ist die Spannung der bildungsschwangeren Schnitzeljagd in mysteriösen Gefilden, die es wohl ausmacht. Formal ist da außerdem nicht nur die Prägung von wiederkehrenden Motiven in den drei Romanen, sondern es ist auch die Homepage mit Trailer und eigens komponierter Musik: Man kann es kaum erwarten, bis man im Kinosessel sitzt, die Werbung vorbei ist, der Saal noch ein wenig dunkler wird, der Vorhang noch ein Stück weiter zur Seite rückt, und dann in völliger Dunkelheit diese Musik zu erklingen beginnt ... - was ein Feeling!
21.02.2009
Atlantis-Newsletter 17: Die Hilflosigkeit der Presse im Umgang mit Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
dieser Freitag, 20. Februar 2009, hat wieder einmal einen typischen Fall von Medienhysterie rund um Platons Atlantis gesehen. Die Sun meldete, im neu gestarteten Service Google Ocean (vgl. Newsletter Nr. 16) seien rechteckige Strukturen am Meeresgrund entdeckt worden. Bis die Daily Mail nur Stunden später meldete, dass es sich um einen Graphikfehler von Google Ocean handele, überschlug sich die internationale Presse in Spekulationen.
http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/article2255989.ece
http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1150846/Hopes-dashed-Google-Ocean-image-lost-city-Atlantis-proves-sort.html
Was dabei auffällt ist die Hilflosigkeit der Presse im Umgang mit dem Thema Atlantis. Es fehlt an Allgemeinwissen und gesundem Menschenverstand.
Es wäre ein leichtes gewesen zu wissen, dass der Meeresboden an dieser Stelle schon seit unvordenklichen Zeiten von Meer bedeckt ist. Auch ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen glauben, eine so detaillierte Erzählung wie die Atlantis-Erzählung könnte ohne Schrift über einen Zeitraum von vielen Jahrtausenden überliefert worden sein. Offenbar haben Journalisten nicht die geringste Idee vom richtigen Umgang mit alten Zeiten und Texten. Sie sind ihnen wohl sehr fremd. Es fehlt die richtige Einschätzung dafür, was plausibel ist und was nicht.
Interessant auch, welche Personen nun plötzlich wieder als Atlantis-Experten hochpoppen. Die Sun schreibt z.B. von einem "Dr Charles Orser, curator of historical archaeology at New York State University", den sie ziemlich vollmundig als "one of the world’s leading authorities on Atlantis" apostrophiert. Eine Recherche nach den Publikationen von Charles Orser über Atlantis liefert jedoch ein mageres Ergebnis. Mehr als ein Radiointerview und ein Artikel über Ignatius Donnelly ist nicht zu finden.
http://www.archaeologychannel.org/Atlantisint.html
und
Orser, Charles E. Jr. "The Father of Atlantis, Ignatius Donnelly, Created the Modern Myth and Molded Pseudo-Archaeology," Discovering Archeology, 2:5 (Nov/Dec 2000)
Und so ist die Presse nicht einmal bei der Auswahl ihrer Experten gut beraten ... nun gut, zugegeben: Es gibt wichtigere Themen, auf die sich Journalisten konzentrieren sollten :-)
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
14.02.2009
Atlantis-Newsletter 16: Google Ocean
Liebe Leserinnen und Leser,
seit kurzem bietet Google Earth nicht nur einen Blick auf das befestigte Land an der Erdoberfläche, sondern auch einen detaillierten Einblick auf das Relief des Meeresbodens: Google Earth 5.0 ist Google Ocean! Teilweise sind auch Unterwasservulkane verzeichnet.
Viele Atlantis-Hypothesen lassen sich jetzt mit einem Blick widerlegen. Andere hingegen könnten auf diesem einfachen Wege zusätzliche Bestätigung finden.
Leider ist das von Google Earth angebotene Relief gerade in Küstennähe oft von geringer Auflösung. Einen Versuch ist es aber allemal wert ...
Die Welt über Google Ocean:
http://www.welt.de/webwelt/article3135809/Google-Earth-geht-mit-Ocean-auf-Tauchstation.html
Download Google Earth 5.0:
http://earth.google.de/ocean/
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
18.01.2009
Atlantis-Newsletter 15: GEO antwortet auf Newsletter Nr. 14
Liebe Leserinnen und Leser,
in diesem Newsletter möchte ich Ihnen ohne weiteren Kommentar die Antwort von GEO auf meinen letzten Newsletter, der auch als Leserbrief an GEO ging, zur Kenntnis geben.
Mit den besten Wünschen zum Neuen Jahr 2009!
Thorwald C. Franke
-------- Original-Nachricht --------
Betreff: GEO-Special - Atlantis, die Nachfrage nach der Teilnahme von
Herrn Prof. Dr. Schoppe an der Atlantiskonferenz 2008
Datum: Thu, 15 Jan 2009 11:32:20 +0100
Sehr geehrter Herr Franke,
nun haben wir, nach dem Jahreswechsel, mit Herrn Prof. Dr. Schoppe Rücksprache gehalten und den Sachverhalt aufgeklärt. Auch wir waren sehr verwundert über Ihre Ausführungen, da wir nicht nur von Herrn Schoppe über seine Reiseabsichten zur Atlantis-Konferenz 2008 informiert wurden, sondern sogar sein Paper für die Konferenz zugeschickt bekamen.
Aus diesem Paper und persönlichen Gesprächen mit Herrn Schoppe haben wir seine Theorien und die neuen interessanten Ansätze seiner Gedanken zum Mythos um Atlantis entnommen, die er so zum Teil ja auch schon auf der ersten Atlantis-Konferenz präsentiert hat.
Bei Redaktionsschluss (13. November) waren wir nicht darüber informiert, dass Herr Schoppe die Reise sehr kurzfristig absagen musste. Auf Grund der Absage ist auch sein Paper von den Organisatoren der Konferenz aus dem Verzeichnis gelöscht worden. Daher steht in unserem Heft und nach unserem Kenntnisstand noch die Erwähnung der Teilnahme Herrn Schoppes – auf der Konferenz gab es aber keine Spuren mehr von ihm.
Solche kurzfristigen Änderungen der geplanten Ereignisse sind natürlich ärgerlich. Ich hoffe aber, Sie können verstehen, dass so etwas eben leider passieren kann.
Mit freundlichen Grüßen
Tobias Hamelmann
Dokumentation GEO-Special
11.12.2008
Atlantis-Newsletter 14: Prof. Schoppe auf der Atlantis-Konferenz 2008 in Athen?
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich bin mehrfach auf einen Artikel in GEO Special Nr. 6 / Dezember 2008 hingewiesen worden (02). Der Artikel vermittelt den Eindruck, dass Prof. Siegfried G. Schoppe auf der Atlantis-Konferenz 2008 in Athen anwesend gewesen wäre.
Ich wurde deshalb gefragt, warum Prof. Schoppe in meinem Bericht von der Konferenz (01) nicht vorkommt: Ob ich seinen Auftritt und seine These bewusst verschweigen würde? Ein Teilnehmer der Konferenz fragte mich, ob ich Prof. Schoppe auf der Konferenz gesehen hätte; er habe ihn nämlich nicht gesehen.
Dazu erkläre ich als persönlich anwesender Teilnehmer der Atlantis-Konferenz 2008 in Athen und Chairman der vierten Session dieser Konferenz:
Ich habe Prof. Schoppe auf der Atlantis-Konferenz 2008 ebenfalls nicht gesehen. Er war dort auch nicht registriert (04).
Er hat dort keinen Vortrag gehalten und es gab auch kein Poster zu seiner Schwarzmeer-These (03).
Seine These wurde auch nicht durch einen Stellvertreter präsentiert.
Ich habe seine Anwesenheit und seine These in meinem Bericht von der Konferenz also nicht unterschlagen.
Hingegen war Prof. Schoppe nach meinen Kenntnissen auf der ersten Atlantis-Konferenz 2005 auf Milos präsent.
Thorwald C. Franke
Referenzen:
01. http://www.atlantis-scout.de/Atlantis2008_Report_Franke.pdf
02. http://www.geo-special.de/
03. http://www.conferences.gr/fileadmin/_temp_/Atlantis_2008/Atlantis2008_Final_Program.pdf
04. Antwort der Konferenzleitung auf meine Nachfrage zur Anwesenheit von Prof. Schoppe:
-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Re: Atlantis 2008
Datum: Thu, 11 Dec 2008 16:49:06 +0200
Von: Atlantis 2008 - Conference Secretariat
An: Thorwald C. Franke
Dear Mr. Franke-
After checking with our data-base, we can find no registration of a Mr.
Schoppe, and furthermore he has never been included in the abstract book
or the program, as his abstract was eventually rejected from the committee.
For any further clarification you may need, we remain at your kind disposal.
Kind regards,
Maria
Maria Nikoloudaki
Registrations & Travel Department
Heliotopos Conferences
28, Ypsilantou str.
GR-172 36, Dafni, Athens, Greece
Tel: +30 2109730697
Fax: +30 2109767208
www.heliotopos.net
http://heliotopos.conferences.gr
03.12.2008
Atlantis-Newsletter 13: Zweiter Konferenzbericht / Atlantis 2010
Liebe Leserinnen und Leser,
mittlerweile gibt es einen zweiten Bericht über die Atlantis-Konferenz von der italienischen Nachrichtenagentur ANSAmed. Sie finden ihn wie gewohnt auf meiner Konferenzseite:
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_konferenz.htm
Der Termin für die 3. Internationale Atlantis-Konferenz steht ebenfalls fest, sie findet bereits in 1 1/2 statt wie viele dachten in 3 Jahren statt:
ATLANTIS 2010
28-29 June, Santorini Island / Greece
Noch ein Hinweis: Meine Homepage Atlantis-Scout ist inzwischen zu einem großen Teil ins Englische übersetzt, so dass auch ein internationales Publikum daran teilhaben kann.
Eine schöne Adventszeit wünscht
Thorwald C. Franke
18.11.2008
Atlantis-Newsletter 12: Bericht Konferenz Atlantis 2008
Liebe Leserinnen und Leser!
Vor einer Woche ist die 2. Internationale Konferenz Atlantis 2008 in Athen zu Ende gegangen. Lesen Sie dazu meinen Bericht auf www.atlantis-scout.de, wo Sie auch die ersten Bilder vom Ereignis sehen können.
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_konferenz.htm
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
24.09.2008
Atlantis-Newsletter 11: Konferenz-Infos - Hotelbuchung
Liebe Leserinnen und Leser,
auf der Homepage zur Atlantis-Konferenz 2008 gibt es neue Informationen. Einmal zu Details der Vorträge, der Poster und der zu schreibenden Paper. Dann ist die Buchung der Hotels eröffnet.
Es stehen vier Hotels zur Auswahl. Unter folgendem Link sehen Sie die vier Hotels und das Konferenzzentrum auf einem Stadtplan von Athen eingezeichnet, so dass Ihnen die Wahl leichter fallen wird.
http://www.atlantis-scout.de/Athen_Hotels.JPG
Tipps zur Hotelbuchung:
- Sie müssen sich zuerst zur Konferenz registriert haben!
- Sie müssen auf der Magma Travel Seite keinen Account anlegen! Sie haben schon einen: Sie haben den Login per Mail zugesandt bekommen!
- Das Login ist rechts unten auf der Magma Travel Seite.
- Nachdem Sie sich auf der Magma Travel Seite angemeldet und auf Konferenzen / Atlantis-Konferenz geklickt haben, klicken Sie auf "Accomodation" in der linken Spalte. Dann kommen Sie zur Hotelbuchung.
Gutes Gelingen!
Thorwald C. Franke
06.09.2008
Atlantis-Newsletter 10: Konferenz / Zwei Artikel
Liebe Leserinnen und Leser,
zur Atlantis-Konferenz 2008 in Athen ist folgende Neuigkeit durchgesickert: Um möglichst vielen Teilnehmern die Gelegenheit zu geben, ihre Ideen vorzustellen, soll jeder maximal einen Vortrag halten. Wer also mehr als ein Abstract eingereicht hat, wird nur zu einem davon auch sprechen können.
Meiner Meinung nach ist das ein faires Verfahren.
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Nesselrath über Vidal-Naquet:
Nachdem der Tod des durch seine Atlantis-Thesen weltweit bekannt gewordenen französischen Philologen Pierre Vidal-Naquet nun zwei Jahre her ist, hat sich Heinz-Günther Nesselrath mit einer kritischen Rezension zu dessen letzten Werk "L'Atlantide - Petite histoire d'un mythe platonicien" zu Wort gemeldet. (Der deutsche Titel lautet: "Atlantis - Geschichte eines Traumes".)
Beide Philologen vertreten die Hypothese, dass Atlantis eine Erfindung des Platon ist, jedoch mit teilweise unterschiedlichen Begründungen. Es ist interessant zu sehen, wo und auf welche Weise Nesselrath die Grenzen zwischen der eigenen Argumentation und der Argumentation von Vidal-Naquet zieht.
Die Rezension:
http://ccat.sas.upenn.edu/bmcr/2008/2008-08-22.html oder auch hier:
http://www.bmcreview.org/2008/08/20080822.html
Das Buch:
http://www.amazon.de/Atlantis-Geschichte-Traums-Pierre-Vidal-Naquet/dp/3406543723/
Die Personen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Vidal-Naquet
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Günther_Nesselrath
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Atlantis und Wolkenkuckucksheim:
Aus der Zeit der klassischen Antike sind uns neben Platon noch weitere Texte überliefert, die sich mit exemplarischen Städten beschäftigen, seien sie real oder nicht, seien sie ideal oder unvollkommen.
Ein besonders amüsanter Fall findet sich in der Kömodie "Die Vögel" von Aristophanes. Hier wird von den Vögeln eine Stadt namens Wolkenkuckucksheim gegründet.
Ein neuer Artikel auf Mysteria3000 stellt die Frage, ob Querbezüge zu Platons Atlantis möglich sind, und was man daraus schließen kann.
Der Artikel:
http://www.mysteria3000.de/wp/?p=298
22.06.2008
Atlantis-Newsletter 09: Korrigierte Bilanz der Einreichungen
Liebe Leserinnen und Leser!
Hier kommt nun die angekündigte korrigierte Statistik:
Nach Ablauf der verlängerten Einreichungsfristen für die Atlantis-Konferenz 2008 in Athen kann nun eine belastbare Bilanz der eingereichten Extended Abstracts gezogen werden. Immer noch lässt die Konferenzleitung ein Schlupfloch für die Einreichung weiterer Abstracts, doch ist davon keine nennenswerte Veränderung der Statistik mehr zu erwarten.
http://atlantis2008.conferences.gr/atlantis08-abstracts.html
Im ganzen sind es nun 74 Einreichungen. Folgende Regionen steuerten folgende Anzahlen an Einreichungen bei (bei 5 Einreichungen, deren Autoren aus mehreren Regionen stammen, wurde die Einreichung entsprechend mehrfach berücksichtigt):
Griechenland: 33
Deutschland: 12
Italien: 11
Europa West: 7
Europa Mitte/Ost: 3
Amerika/Australien: 8
Naher/Ferner Osten: 5
Afrika: 1
Damit hat sich Deutschland einen eindrucksvollen zweiten Platz gleich hinter dem selbstverständlich führenden Griechenland gesichert. Zum ersten Mal ist auch eine Einreichung aus einem afrikanischen Land dabei. Entgegen der Feststellung aus Newsletter Nr. 6 sind nun auch zwei Einreichungen aus Spanien, dem Land der Säulen des Herakles, eingegangen.
Der Eindruck aus der vorläufigen Bilanz aus Newsletter Nr. 6 bestätigt sich, dass nur eine Minderheit der Einreichungen eine bestimmte Lokalisierung von Atlantis ins Auge fasst. Die große Mehrheit der Einreichungen scheint sich Teilfragen der Atlantisforschung wie Philologie, Geologie, Topographie, Mythologie usw. zu widmen, ohne eine Komplettlösung der Atlantis-Frage anbieten zu wollen.
Mit 74 liegt die Zahl der Einreichungen rund 50 % über der Zahl von 2005, als es 50 Einreichungen gab. Diese verteilten sich damals regional wie folgt (hier sind die Einreichungen mit Autoren verschiedener Herkunft unter "Gemischt" aufgeführt):
Griechenland: 16
Deutschland: 6
Italien: 4
Europa sonst: 8
Außer Europa: 14
Gemischt: 2
An der Griechenland-Lastigkeit hat sich seit 2005 nichts geändert, dafür sind dieses Mal die Europäer gegenüber dem Rest der Welt stärker vertreten. Vielleicht verhindert die lange Anreise nach Athen, dass Autoren von außerhalb Europas, die 2005 bereits dabei waren, sich noch einmal auf den Weg machen?
Nur eine Minderheit der Einreichungen stammt von Autoren, die bereits 2005 an der Konferenz teilnahmen. Es ist also neues zu erwarten.
Im Hinblick auf die Pre-Conference-Tour nach Delphi scheint folgender Beitrag vielversprechend: "Geomythology of Delphic Oracle". Inwieweit er mit Atlantis in Verbindung gebracht werden kann, steht auf einem anderen Blatt.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
05.06.2008
Atlantis-Newsletter 08: Konferenzschwerpunkt Atlantis = Amerika?
Liebe Leserinnen und Leser,
Diesmal zwei Themen:
- Konferenzschwerpunkt Atlantis = Amerika?
- Nachtrag zu den Sizilien-Hypothesen.
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
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Konferenzschwerpunkt Atlantis = Amerika?
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Langsam zeichnet sich ab, dass die Atlantis-Konferenz 2008
einen Schwerpunkt auf der These Atlantis = Amerika haben wird.
Zum einen weisen weisen darauf hin: Die Einreichungen von maßgeblichen Mitorganisatoren der Konferenz sowie eine außergewöhnliche Häufung von Einreichungen mit Amerika-Bezug, z.B.:
- Nicotine in Egyptian prehistoric artificially made mummies
- Nicotine, cocaine and cotinine in Egyptian nature made mummies
- The Strange and Undocumented Discoveries of Antarctica and South America
- Plutarch's "On the apparent face in the moon's orb" (Greek prehistoric trips to America?)
- Atlantika: Atlantis as a Prehistoric Empire of the Americas?
- Odysseus' transatlantic “imaginary” craft
- A Pictorial Case for Atlantis as the Americas
- Atlantis in Middle America
- Atlantis: Lost Kingdom of the Andes
Zum anderen wurde mit den jüngsten zwei Einreichungen von Dominique Görlitz von den bekannten Abora-Expeditionen ein Medien-Magnet für diese Hypothesengruppe gewonnen (der bisher übrigens nicht unter dem Label "Atlantis" in der Öffentlichkeit firmierte):
- Crop and shamanic plants on both sides of the Atlantic support the theory of an ancient trans-Atlantic exchange
- World Maps from the Stone Age?
All das zusammengenommen ist es gut möglich, dass die öffentliche Wahrnehmung der Konferenz von der These Atlantis = Amerika beherrscht werden wird. Eine Konferenz, die offen für alle sein will, die gewissermaßen ein "Woodstock der Atlantis-Forschung" sein will (auf der noch 2005 ein Christos Doumas gegen Atlantis als einen realen Ort argumentierte), würde sich mit einer einseitigen Festlegung keinen Gefallen tun. Denn eine wesentliche Voraussetzung für diese Konferenz ist, dass ihre Teilnehmer nicht vereinnahmt, sondern in ihrer Individualität wahrgenommen werden.
Hoffen wir deshalb, dass die Konferenzleitung weise genug sein wird, Einseitigkeiten entgegen zu wirken.
Für alle näher Interessierten habe ich einige Links zusammengestellt, die vor allem die Frage nach Nikotin in ägyptischen Mumien abhandeln. Der Befund ist eindeutig.
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Kokain in äg. Mumien? / Regelm. Transatlantik-Verkehr?
Contra:
Sehr ausführliche Argumentation auf der verdienstvollen Seite "Hall of Maat - Weighing the Evidence for Alternative History":
http://www.thehallofmaat.com/modules.php?name=Articles&file=article&sid=45
Tipp: "Discussion" ganz am Schluss zuerst lesen.
Unwissenschaftliches Vorgehen:
http://www.straightdope.com/columns/010126.html
Ein Kenner der ägyptologischen Szene ("Frank D") sagt seine Meinung, auch zum wissenschaftlichen Background der Abora-Expeditionen:
http://www.fdoernenburg.de/Forum/viewtopic.php?f=17&t=3121
Zitat: "Egal obs klappt oder nicht: Wisenschaftlicher Wert gleich Null."
Pro:
Apologetischer Text:
http://www.faculty.ucr.edu/~legneref/botany/mummy.htm
Auf die leichte Schulter:
http://www.weltwoche.ch/artikel/?AssetID=1691&CategoryID=60
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Nachtrag zu den Sizilien-Hypothesen.
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Auf den letzten Newsletter zu den Sizilien-Hypothesen erreichte mich eine ergänzende Zuschrift:
Winfried Huf weist darauf hin, dass er die Säulen des Herakles bei der Straße von Messina und die Atlantis-Kultur in der Region rund um Sizilien lokalisiert, und zwar - wenn ich es richtig verstanden habe - mithilfe von X-Ortung. Eine genauere Erklärung dazu ist auf der Homepage von Winfried Huf zu finden.
http://www.psilog.info/Atlantis.html
http://www.psilog.info/X-Ortung.html
Allerdings spart Winfried Huf die Insel Sizilien explizit aus. Sizilien habe als heilige Götterinsel gegolten, deshalb sei sie nicht besiedelt gewesen. Zitat: "Sizilien darf trotzdem nicht mit Atlantis gleichgesetzt werden."
Ich wiederhole deshalb meine Bitte: Wer von einem Autor der Gegenwart oder Vergangenheit weiß, der Atlantis mit Sizilien 1:1 identifizierte, der möge mir dies bitte mitteilen! Vielen Dank.
02.05.2008
Atlantis-Newsletter 07: Horizontverschiebung rund um Sizilien
Liebe Leserinnen und Leser,
Leider ist meine Statistik aus dem letzten Newsletter inzwischen überholt: Die Konferenzleitung hat die Deadline für weitere Einreichungen unerwartet verlängert. Sobald die endgültige Deadline erreicht ist, werde ich ein Update der Statistik und der Interpretation liefern.
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Abstracts deutscher Konferenzteilnehmer
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Die Abstracts einiger deutscher Konferenzteilnehmer
finden Sie im Volltext auf der Seite
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_konferenz.htm
Sie können Ihr Abstract gerne ebenfalls einsenden,
ich stelle es dann ein!
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Reiner Pilgram
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Reiner Pilgram hat ein Papier mit grundlegenden Überlegungen zu Atlantis zur Veröffentlichung gegeben, zu finden ist es auf der Seite
http://www.atlantis-scout.de/atlandownload.htm
oder direkt:
http://www.atlantis-scout.de/PilgramR_Atlantis_1_2008.pdf
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Horizontverschiebung rund um Sizilien:
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Fundamentale Unterschiede
Inzwischen haben sich eine ganze Reihe von Hypothesen gebildet, die die Meerenge von Atlantis nicht bei Gibraltar sondern bei Sizilien lokalisieren. Obwohl der Grundgedanke derselbe ist unterscheiden sich diese Hypothesen fundamental. Deshalb, und weil sie auch auf der Konferenz eine Rolle spielen werden, lohnt sich ein näherer Blick. Ich vergleiche die Autoren:
- Rosario Vieni
- Sergio Frau
- Massimo Rapisarda
- Axel Hausmann
- Thorwald C. Franke
Welcher Horizont verschob sich?
Die Hypothesen von Vieni, Frau, Rapisarda und Hausmann gehen davon aus, dass es die Säulen des Herakles waren, die sich verschoben. Das ist jedoch einen Schritt zu kurz gedacht, denn der ägyptische Urtext des Atlantis-Berichts verwendet den griechischen Begriff "Säulen des Herakles" nicht. In erstaunlich authentischer Weise spricht der ägyptische Priester im Atlantis-Bericht von der "Mündung, welche ihr in eurer Sprache die Säulen des Herakles heißt" (Timaios 24e).
Wie Franke zeigt, ist damit die Verschiebung des ägyptischen Horizontes und nicht die Verschiebung des griechischen Horizontes entscheidend. Die Verschiebung der Säulen könnte höchstens indirekt eine Rolle spielen, sofern die Ägypter ihre geographischen Kenntnisse von ihren Nachbarvölkern bezogen.
Vgl. http://www.atlantis-scout.de/atlantis_sicily.htm
Wann verschob sich der Horizont?
Die Hypothesen von Frau, Vieni und Rapisarda gehen davon aus, dass sich der Standort der Säulen des Herakles nach der Zeit Solons verschoben hätte. Solon hätte die Säulen noch bei Sizilien gesehen. Dem widerspricht aber die Einsicht, dass von Solon über Herodot bis Platon die Säulen des Herakles durchgängig bei Gibraltar lokalisiert wurden (Franke S. 111 f. und 125 ff.). Die Auffassung von Frau, dass erst Eratosthenes um 250 v.Chr. die Säulen von Sizilien nach Gibraltar verlegte, ist völlig absurd.
Ganz anders die Hypothese von Franke: Die Horizontverschiebung der Griechen geschah einige Jahrhunderte vor Solons Zeiten (Franke S. 126 f.). Aber auch der ägyptische Horizont verschob sich, und zwar analog zum Horizont der ägyptischen Nachbarvölker, denn die Ägypter selbst betrieben keine weitreichende Seefahrt.
Wo bei Sizilien lagen die Säulen?
Die Hypothesen von Frau, Vieni, Rapisarda und Hausmann lokalisieren die Säulen am sogenannten "Kanal von Sizilien". Damit ist der Meeresabschnitt zwischen Sizilien und Tunesien gemeint. Frau, Vieni und Rapisarda gehen davon aus, dass der Begriff "Säulen des Herakles" auf eine Zeit um 9500 v.Chr. zurückging, als der Meeresspiegel im Mittelmeer so niedrig war, dass zwischen Afrika und Sizilien nur eine schmale Durchfahrt bestand. Eine Überlieferung aus einer so entfernten Vorzeit ist natürlich absurd. Hausmann geht für dieselbe Konstellation von 3500 v.Chr. aus und liegt damit zusätzlich im Widerspruch zur Wissenschaft.
Einzig Franke lokalisiert die Säulen des Herakles an der Straße von Messina, durch die alle von Osten kommenden Seefahrer in historischer Zeit hindurch mussten.
Wann existierte Atlantis?
Die Hypothesen von Vieni und Rapisarda nehmen Platon wörtlich und sprechen von 9500 v.Chr. Hausmann geht von einer Zeit um 3500 v.Chr. aus. Sergio Frau sieht die Entstehung des Begriffs Säulen des Herakles um 9500 v.Chr., datiert Platons Atlantis aber auf die Zeit der Seevölker. Dazu interpretiert er die 9000 Jahre von Platon kurzerhand als Monate.
Franke datiert Platons Atlantis zwar ebenfalls auf die Zeit der Seevölkerkriege, orientiert sich dabei aber an der Ähnlichkeit der Ereignisse und an dem historisch belegten Irrtum des Herodot, der Ägypten auf über 10000 Jahre alt schätzte.
Welche Insel war Atlantis?
Sergio Frau glaubt, dass es Sardinien war. Rosario Vieni, Massimo Rapisarda und Axel Hausmann glauben an eine durch einen niedrigeren Wasserstand stark erweiterte prähistorische Insel Sizilien.
Einzig Franke hält das historische Sizilien in seiner bis heute bekannten Form für Atlantis.
Wo lag die Stadt?
Sergio Frau sucht an der Küste von Sardinien; Vieni, Rapisarda und Hausmann in Regionen südlich des heutigen Sizilien.
Einzig Franke zieht die Kulturen auf Sizilien in Betracht und sieht die von Platon beschriebene Lokalität auf Sizilien, nämlich am Zentralheiligtum der Sikeler, dem Heiligtum der Palikoi.
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Suchanzeige
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Liebe Leserinnen und Leser, ich suche immer noch nach Atlantis-Autoren, die Atlantis mit Sizilien wie wir es heute kennen identifizierten, so wie ich es tue. Wenn Sie einen kennen - bitte melden sie ihn mir! Es muss doch einen gegeben haben in all der Zeit und bei all den vielen Hypothesen ...
Vielen Dank!
Thorwald C. Franke
19.04.2008
Atlantis-Newsletter 06: Erste Bilanz der Einreichungen
Liebe Leserinnen und Leser!
Nach Ablauf der Einreichungsfrist für die Atlantis-Konferenz 2008 in Athen kann eine erste Bilanz der eingereichten Extended Abstracts gezogen werden.
http://atlantis2008.conferences.gr/atlantis08-abstracts.html
Im ganzen sind es 40 Einreichungen, die sich nach der Herkunft ihrer Autoren regional wie folgt verteilen:
Griechenland : 10
Deutschland : 8
Italien : 5
Europa sonst : 6
Außer Europa : 10
Gemischt : 1
Damit hat sich Deutschland einen eindrucksvollen zweiten Platz gleich hinter dem selbstverständlich führenden Griechenland gesichert. Es überrascht, dass es keine Einreichung aus Spanien gibt, dem Land der Säulen des Herakles.
Von den 40 Einreichungen lassen 15 vom Titel her erkennen, dass sie auf eine ganz bestimmte Lokalisierung von Atlantis abzielen; die anderen 25 Einreichungen scheinen sich Teilfragen der Atlantisforschung wie Philologie, Geologie, Topographie, Mythologie usw. zu widmen, ohne eine Komplettlösung der Atlantis-Frage anbieten zu wollen.
Mit 40 liegt die Zahl der Einreichungen 20 % unter der Zahl von 2005, als es 50 Einreichungen gab. Diese verteilten sich damals regional wie folgt:
Griechenland : 16
Deutschland : 6
Italien : 4
Europa sonst : 8
Außer Europa : 14
Gemischt : 2
In 2005 war die Verteilung stärker Griechenland-lastig als heute, dafür sind dieses Mal die Europäer gegenüber dem Rest der Welt stärker vertreten. Vielleicht verhindert die lange Anreise nach Athen, dass Autoren von außerhalb Europas, die 2005 bereits dabei waren, sich noch einmal auf den Weg machen?
Nur 16 der 40 Einreichungen von 2008 stammen von Autoren, die bereits 2005 an der Konferenz teilnahmen. Es ist also neues zu erwarten.
Am 30. Mai sollen nun die Autoren darüber informiert werden,
ob ihre Einreichung angenommen wird oder nicht.
Bis zum 10. Juni gelten kostengünstige Registrierungsgebühren.
Versäumen Sie auch nicht, Ihren Flug frühzeitig zu buchen!
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
17.03.2008
Atlantis-Newsletter 05: Submitted Abstracts
Liebe Leserinnen und Leser,
auf der Internet-Seite der Konferenz Atlantis 2008
kann man inzwischen die Titel der ersten eingereichten
Abstracts einsehen:
http://atlantis2008.conferences.gr/atlantis08-abstracts.html
Verpassen Sie nicht den Einreichungstermin: 14. April!
Ich wünsche Ihnen schöne Ostern!
Thorwald C. Franke
02.03.2008
Atlantis-Newsletter 04: Neue Hypothese: Atlantis = Sizilien
Liebe Leserinnen und Leser,
nach mehr als acht Jahren eher zurückhaltender Beschäftigung mit dem Atlantis-Thema haben sich mir - zu meiner eigenen Überraschung - Ende Februar 2008 die Hinweise zu einer stringenten Indizienkette verdichtet:
Ich vertrete ab sofort die Hypothese, dass die Insel Sizilien mit Atlantis identisch ist.
Dazu habe ich eine eigene Seite in englischer Sprache eingerichtet, die Sie umfassend über meine Hypothese informiert. Bitte lesen Sie vor allem das PDF paper, das die Kernpunkte der Argumentation enthält. Ein Betrachten der Bilder und Fotos (!) von Atlantis genügt nicht, um meine Hypothese zu verstehen.
http://www.atlantis-scout.de/atlantis_sicily.htm
Ich freue mich auf Ihr Feedback!
Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Lust haben, kann ich Ihre geplanten Einreichungen für die Atlantis Konferenz 2008 ebenfalls auf meine Konferenz-Page verlinken oder auch zum Download bereitstellen.
Verpassen Sie nicht den Einreichungstermin: 14. April!
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Thorwald C. Franke
10.02.2008
Atlantis-Newsletter 03: Troja und Atlantis
Liebe Leserinnen und Leser,
Wie viele von Ihnen sicher gehört haben, ist um Troja ein neuer Streit entbrannt. Raoul Schrott interpretiert die Ilias vor einem stark assyrisch geprägten Hintergrund und lokalisiert Troja erstaunlicherweise an einem anderen als dem bekannten Ort! Dieser neue Troja-Streit ist auch für die Atlantis-Forschung von großem Interesse, denn es sind dieselben Fragen:
- Hatte Homer ein reales Geschehen als Vorlage?
- Wie wurde ein reales Ereignis literarisch verarbeitet?
- Wo lag Troja?
Die Atlantis-Forschung kann von der Auseinandersetzung um diese Fragen viel lernen.
Verpassen Sie nicht die Deadline zur Einreichung der Extended Abstracts für die Atlantis-Konferenz 2008 am 15. April 2008!
Viele Grüße
Thorwald C. Franke
Im folgenden die wichtigsten Links zum aktuellen Troja-Streit:
Raoul Schrott: Homers Heimat - Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe. Erscheint März 2008.
http://www.amazon.de/Homers-Heimat-Kampf-realen-Hintergr%C3%BCnde/dp/3446230238/
22.12.2007
Raoul Schrott stellt sein Projekt in der FAZ vor:
http://www.faz.net/s/Rub4521147CD87A4D9390DA8578416FA2EC/Doc~E1921659A77D44B2AB44EB3B6F7BBE1F5~ATpl~Ecommon~Scontent.html
28.12.2007
Joachim Latacz im Deutschlandfunk über Schrotts Ansatz:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/717231/
(Text und Ton)
03.01.2008
Barbara Patzek bespricht Schrotts Ansatz in der FAZ:
http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EA6FBE6F9ED3444C5A6D39ABCE2124422~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed
28.01.2008
Robert Rollinger bespricht Schrotts Ansatz in der WELT:
http://www.welt.de/kultur/article1606667/Forscher_entfacht_Streit_um_Homer_und_Troia.html
10.01.2008
Atlantis-Newsletter 02: Die Konferenz-Homepage ist da!
Liebe Leser,
heute wurde die offzielle Homepage zur Atlantis-Konferenz 2008
in Athen freigeschaltet:
http://atlantis2008.conferences.gr/
Sie finden dort alle relevanten Informationen zu Anmeldung,
Einreichung von Abstracts, Ablauf der Veranstaltung usw.
Ich wünsche Ihnen außerdem ein gutes neues Jahr 2008!
Thorwald C. Franke
02.12.2007
Atlantis-Newsletter 01: Begrüßung
Liebe Abonnenten,
herzlich willkommen beim Atlantis-Newsletter! Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Der Verteiler des Newsletters liest sich wie ein Who-is-Who der deutschsprachigen Atlantis-Szene.
Der Atlantis-Newsletter will unregelmäßig und Anlass-bezogen über Neuigkeiten rund um das Thema Atlantis informieren. Die gesammelten Newsletter wird man in einem Newsletter-Archiv auf der Seite http://www.atlantis-scout.de/ nachlesen können.
Gastbeiträge und Tipps sind willkommen!
Angekündigt ist derzeit ein Rückblick auf die Atlantis-Konferenz 2005 auf Milos aus der Sicht von Christian Schoppe.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit!
Thorwald C. Franke
Disclaimer:
(Bestandteil jedes Newsletters)
Der Atlantis-Newsletter wird versendet von
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Rechtliche Hinweise!
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Seite zuletzt geändert: Mar 2012
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COPYRIGHT © Sep 2011 Thorwald C. Franke
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